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Microsoft Windows: Der Platzhirsch

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Microsoft Windows ist trotz aller Negativ-Presse immer noch das wichtigste Betriebssystem für PC-Systeme. Der Platzhirsch mit weit über 80 Prozent Marktanteil ist beliebt, ob als Windows 98, 2000, XP oder bald Windows Vista. Trotz einiger konzeptioneller Mängel ist Windows nicht nur schnell, sondern auch das am besten unterstützte System auf dem Betriebssystem-Markt.

Microsoft wurde Mitte der 70er Jahre gegründet und war anfangs nichts weiter als einer von damals noch wenigen Software-Herstellern. Microsoft lieferte Altair Basic für den Altair 8800 Heimcomputer, der damals trotz seiner schwächlichen Rechenleistung der Computer für die Massen war. Apples Mac war noch in weiter Ferne, genauso C64, Amiga und die Computer aus dem Hause Atari.

Die Geschichte eines Software-Riesen

Als der Computerriese IBM 1980 die Idee hatte, einen Heimcomputer zu entwickeln, wurde ein Betriebssystem benötigt. Für Bill Gates die Chance seines Lebens. Er kaufte bei einem Konkurrenzunternehmen ein Programm namens QDOS und den Programmierer gleich dazu, ließ es an die IBM-PCs anpassen und verdiente sich eine goldene Nase. Obwohl MS-DOS von Anfang an technisch einen Schritt hinter der Konkurrenz zurück war, wurde es ein gigantischer Erfolg. Wohl auch, weil IBM als damals größter Computerhersteller der Welt für DOS mit seinem Namen bürgte.

MS-DOS legte den Grundstein für alle heutigen Microsoft-Betriebssysteme. Bis einschließlich Windows ME bildete es auch die Grundlage für Windows. Endgültig von MS-DOS verabschiedete sich Microsoft erst im Sommer 2006 mit der Einstellung von Windows 98 – ein Vierteljahrhundert, nachdem der erste IBM-PC mit MS-DOS auf den Markt kam. Microsoft war schon immer sehr konservativ, woran Windows-Betriebssysteme heute noch leiden.

Kein Innovationstreiber...

Die Abwärtskompatibilität wurde von Windows mitgeschleppt wie ein Klotz am Bein. Selbst uralte Office-Versionen für Windows 3.1 laufen heute noch auf Windows XP, was sicherlich zum Erfolg von Windows beigetragen hat, jedoch Windows-Betriebssysteme daran hindert, als Innovationstreiber zu agieren. Microsoft schaut in die Zukunft, ohne die Vergangenheit zu vergessen, während andere Hersteller wie Apple sich gnadenlos für den Fortschritt von alten Standards lösen.

Trotz zahlreicher technischer Unzulänglichkeiten wie der anfälligen Registry und der Verwendung von proprietären Standards ist Windows das beliebteste Betriebssystem. Der Grund liegt in der breiten Hard- und Software-Unterstützung. Egal, ob teure Markengeräte oder Billig-Zubehör vom Discounter: Windows-Treiber gibt es immer. Das gleiche gilt für Software. Die kommerziellen Anbieter unterstützen hauptsächlich Windows, weil dort ein großer Markt besteht. Gleichzeitig werden auch die Open-Source-Alternativen wie Open Office oder Gimp für Windows angeboten.

... und trotzdem Marktführer

Für Spieler ist Windows in jedem Fall das System der Wahl. Kein anderes Betriebssystem wird so stark von Spieleherstellern beliefert wie Windows. Das hat zwei Gründe: Einerseits liefert Microsoft mit DirectX eine leistungsfähige Schnittstelle für Programmierer, die Videospiel-Inhalte auf Windows-Rechner bringen wollen. Andererseits ist Windows sehr weit verbreitet, wodurch auch der kommerzielle Erfolg von Videospielen auf Windows gewährleistet ist.

Weniger attraktiv ist Windows für Anwender, die auf Zuverlässigkeit und Kompatibilität Wert legen. Microsoft Windows ist zwar kein Absturz-Profi mehr wie in früheren Versionen, die mit Windows 95 eingeführte Registry bleibt jedoch der Schwachpunkt des Systems. Ebenfalls oft kritisiert wird die User-Verwaltung, die Standard-Anwender bereits mit Administrator-Rechten ausstattet – ein nicht unerheblicher Teil von Windows Sicherheitsproblemen in der Vergangenheit hing damit zusammen.
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