Gleich nach dem Öffnen des Gehäuses ist - wenn auch häufig vom Kabelsalat verdeckt - die größte Komponente des PCs zu sehen: Die Hauptplatine, auch Mainboard oder Motherboard genannt. Diese Komponente hat im System vielfältige Aufgaben, so zum Beispiel den Datentransport zwischen den einzelnen Komponenten wie Prozessor oder Arbeitsspeicher. Hier befinden sich zudem die Anschlüsse für Tastatur, Maus, Drucker, Festplatten und die Einbauslots für Steckkarten wie Grafikkarte oder Soundkarte. So gut wie alle Mainboard-Hersteller bieten ihre Hauptplatinen mit integrierter Sound- und Netzwerkkarte, viele auch mit Onboardgrafik an. Sie müssen dann nicht mehr über eine Steckkarte nachgerüstet werden. Diese Onboard-Grafiklösung ist für Büroanwendungen durchaus akzeptabel, kann aber aufgrund der sehr schlechten 3D-Performance nur bedingt für 3D-Programme wie Spiele eingesetzt werden.
Mainboard Klassenkampf
Bei der Arbeitsgeschwindigkeit spielt das Mainboard im Allgemeinen nicht die Hauptrolle. Die hohen Preisunterschiede zwischen den verschiedenen Boards ergeben sich meist aus der Verwendung von höherwertigen Komponenten. Auch weisen nicht alle Mainboards das gleiche Layout auf, was wiederum zu Problemen führen kann: So können zum Beispiel SATA-Anschlüsse teilweise von großen Grafikkarten verdeckt werden. Für rund 60 Euro gibt es eine breite Auswahl an stabilen Markenboards, die mit diversen Features punkten können: Onboard-Grafik, HDMI, Firewire, 7.1-Sound mit analogen Ausgängen sowie einem integrierten SATA II–Controller sind keine Seltenheit in dieser Preisregion. Für die meisten PC-Nutzer ist die Ausstattung völlig ausreichend.
Die Boards ab 100 Euro aufwärts richten sich vor allem an ambitionierte Spieler, die hohe Auflösungen und massig Frames verlangen: Mehrere PCI-Express 2.0 x16-Schnittstellen erlauben den Betrieb von zwei, drei oder vier Grafikkarten gleichzeitig.
Natürlich geht es auch noch teurer: Ab 150 bis zu 300 Euro findet sich auf dem Mainboard beispielsweise ein hochwertiger Soundchip samt digitalen Ausgängen, ein extra Kühlsystem für den Arbeitsspeicher sowie Möglichkeiten zur Installation einer Wasserkühlung. Auch die Funktionen fallen üppiger aus, Express Gate ermöglicht zum Beispiel Surfen und Chatten, ohne das Betriebssystem starten zu müssen. Ebenso typisch für Boards dieser Klasse sind die zahlreichen Möglichkeiten zur Übertaktung.
Das Mainboard in der Übersicht
- Prozessor-Sockel
- Speicher-Steckplätze
- Zwei PCIe-X16-Lanes als Steclplaätze für zwei Grafikkarten
- PCIe-X1-lanes für Erweiterungskarten
- PCI-Lanes für Erweiterungskarten
- S-ATA-Anschlüsse für die Festplatte
- ATA133-Anschlüsse für Festplatte und optische Laufwerke
- ATX-Anschluss für das Netzteil
- Floppy-Disk-Anschluss (meist nicht mehr verwendet)
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