Die zwei Spieler auf dem Desktop-Prozessor-Feld heißen nach wie vor Intel und AMD. Wie auch schon im letzten Prozessorvergleich zeigt sich AMD insgesamt als günstigerer Lieferant, während Interessenten von Intel Prozessoren deutlich tiefer in die Taschen greifen müssen. Die Anzahl der Prozessorkerne für Rechner im privaten Umfeld hat sich mittlerweile - wenn auch im Hochleistungssegment - auf sechs erhöht. Genau an diesem Beispiel zeigt sich auch im CPU Vergleich 2011 wieder der große Preisunterschied: Der Intel Core i7 Hexa-Core kostet rund 900 Euro, bei AMD gibt es einen Sechskerner schon für weniger als 200 Euro .
Vier Kerne als Minimum
Als die 4-Kern-Prozessoren für den Heimgebrauch auf den Markt kamen, hat sich eine Anschaffung für viele Nutzer noch nicht gelohnt. Die meisten Programme zogen noch keinen vollständigen Nutzen aus den verschiedenen Kernen, was die Mehrkosten und den zusätzlichen Stromverbrauch nicht rechtfertigte. Heute sieht das anders aus, die Software- ist der Quad-Core-Entwicklung gefolgt und gerade für Computerspieler lohnt sich der Griff zu vier Kernen, da neue Games nicht nur von einer guten Grafikkarte profitieren. Aus diesem Grund gehen wir in diesem Prozessorvergleich nicht mehr auf Single- und Dual-Core-CPUs ein, sondern beziehen uns nur noch auf Prozessoren mit mindestens vier Kernen.
Reichen vier oder brauche ich sechs Kerne?
Sechs Kerne sind aber nicht zwangsläufig schneller als vier. Stattdessen kommt es eher auf die Taktfrequenz pro Kern an, da viele alltägliche Anwendungen nicht darauf optimiert sind, alle sechs Kerne hinzuzuziehen. Ein Prozessor mit vier Cores mit jeweils 3,2 Gigahertz (GHz) kann dann im Vergleich schneller arbeiten als ein Hexa-Core, der zwar über zwei zusätzliche Kerne aber nur über einen Takt von 2,6 GHz pro Kern verfügt. Ein anderes Bild ergibt sich bei Benchmark-Tests, die auf die parallelen Threads abgestimmt sind und die Berechnungen gleichmäßig auf alle verfügbaren Kerne aufteilen. Um diese Diskrepanz zu umgehen, bringen AMD Prozessoren die Turbo CORE Technology mit, die drei Kerne abschalten kann, wenn diese gerade nicht benötigt werden. Gleichzeitig taktet die Funktion die Frequenz der übrigen Kerne hoch und steigert somit die Leistung. Auch Intel nutzt eine bestimmte Technik zur Leistungssteigerung, schlägt aber eine andere Richtung ein. Statt Kerne abzuschalten, übertaktet Intels Turbo Boost alle Kerne. Auch wenn der Ansatz unterschiedlich ist, für gehobene Ansprüche sind beide Varianten nützlich.
Dennoch beantwortet der stetige Leistungszuwachs nicht automatisch die Frage, ob sich vier oder sechs Kerne auch tatsächlich für den durchschnittlichen Nutzer lohnen. Wer sich auf kompetenten Hardware-Websites umschaut und sich dort einen CPU Benchmark Vergleich anschaut, sieht, dass die obersten Ränge nicht unbedingt ausschließlich von Prozessoren mit vier oder sechs Cores bevölkert sind. Die in den Tests theoretisch errechneten Leistungswerte lassen sich in der Praxis nunmal nicht unbedingt bestätigen. Schuld sind zum Beispiel Treiber, die nicht optimal passen, Programme, die die höhere Anzahl von Threads nicht ausnutzen und daher verpuffen lassen. Software, die sehr wohl von Mehrkern-Prozessoren profitiert, ist die Video- und Bildbearbeitung. Nutzer, die sich damit beschäftigen und/oder sich für grafiklastige Computerspiele interessieren, können einen Blick auf einen Prozessor mit vier oder sechs Kernen riskieren.
Noch ein Hinweis zu den Verbrauchswerten in Watt: Die Angaben stellen nicht den maximalen Verbrauch eines Prozessors dar. Die Hersteller bezeichnen sie als Thermal Design Power (TDP), die vielmehr angibt, wieviel Energie benötigt wird, um den Prozessor bei voller Beanspruchung zu kühlen. In der Praxis ist die TDP aber relativ nah am höchsten Wattverbrauch und außerdem gut geeignet, um einen Vergleich des Stromhungers der einzelnen CPU Exemplare anzustellen. Daher geben wir in diesem Ratgeber ebenfalls die Watt-Werte an.