Hallo liebe
Freenet-"Kunden",
danke für den Anstoss, den aktuellen Stand mitzuteilen.
Nach reichlich Rechnungen und Mahnungen, denen ich jeweils lapidar widersprochen habe, war eine Zeit lang Ruhe. Die letzte Rechnung war vom Juni, eine "letzte Mahnung" vom Ende April, hier wurden "Weiterungen" angedroht.
Für die Ruhe hätte es zwei mögliche Gründe geben können: entweder sie haben es eingesehen, dass sie rechtlich nicht gegen mich ankommen. Oder sie holen zu einem gewaltigen Schlag gegen mich aus.
Dann kam Ende Juni schliesslich ein erstes und Ende August noch ein zweites Schreiben einer grossen Anwaltskanzlei, die wohl ihre Referendare mit
Freenet-Kram beschäftigt. Beide zusammen fordern ca. 290 EUR. Warum die Kanzlei zwei Fälle aus einer Sache gemacht hat, konnten die am Telefon selbst nicht sagen. Ich habe wie bisher die Forderungen als unberechtigt zurückgewiesen. Seither ist wieder Ruhe.
Ich bin recht zuversichtlich, dass das so bleibt. Aber wenn die wirklich weiterhin der Meinung sein sollten, dass sie berechtigte Ansprüche gegen mich haben, müssen sie mich beim zuständigen Amtsgericht verklagen. Mein Anwalt hat mir geraten, dem gelassen entgegenzusehen. Wohlgemerkt sagt er dies nicht, weil er daran auch dann verdient, wenn ich unterliege. Ob
Freenet mit ihrer Kanzlei ein Vertragsverhältnis hat, das die Anwälte auch zu aussichtslosen Prozessen verführt, weiss ich nicht. Wir werden sehen.
Zur Frage, ob andere auch so vorgehen können wie ich, muss ich folgendes betonen:
Freenet hat nach der Vertragsverlängerung im Dezember 08 seine vertraglich geschuldete Leistung gemäss ihren eigenen AGB nicht erbracht. Ich habe Freenet dann gemäss AGB und §323 BGB eine Nachfrist zur Leistungserfüllung gesetzt, die jedoch fruchtlos verstrichen ist. Deshalb war ich berechtigt, vom Vertrag zurückzutreten. Dies habe ich durch schriftliche Erklärung getan, wodurch der Vertrag wirksam beendet ist, auch wenn Freenet dem nicht zustimmt. Die Hardware habe ich zurückgeschickt. Seither bin ich nicht mehr verpflichtet, etwas an Freenet zu zahlen. Im Gegenteil: Ich könnte die Rückerstattung der bis Januar zuviel gezahlten Beträge fordern. Ausserdem wurden auf einer Rechnung einmal auch Verbindungsgebühren behauptet, zu einem Zeitpunkt, wo ich die von Freenet belegte Leitung längst durch einen Fachmann hatte gründlich isolieren lassen. Es liegt also ein Betrugsversuch vor, den ich als Straftat anzeigen könnte.
Die Reaktion von Freenet auf all meine Erklärungen und Schreiben war immer nur ein Wischiwaschi, das den Rechtsbegriff des Rücktritts vermieden hat, wie der Teufel das Weihwasser. Man hat immer wieder versucht, mich auf die falsche Spur zu lotsen mit "vorzeitiger Vertragsauflösung", "Kündigung", "Widerruf" etc. Auch wurde versucht, von "unterbrochener Verfügbarkeit" und "Leistungshindernissen, die auf Umständen ausserhalb des Verantwortungsbereichs liegen" etc. Dies alles lag hier jedoch nicht vor.
Wenn Freenet jetzt nicht die versprochene Geschwindigkeit leistet, müsste man die AGB daraufhin genau lesen. Wahrscheinlich schliessen sie Kündigung oder reduzierte Zahlung aus diesem Grund aus. Ich glaube daher nicht, dass man auch hier mit Fristsetzung und Rücktritt sauber herauskommt.
Was auf jeden Fall nichts bringt, ist eine Kündigung. Es wurde ein Vertrag mit fester Laufzeit geschlossen, in der Regel 24 Monate. Vorher kann man nicht kündigen! Einfach die Zahlung einstellen bringt auch nichts. Das kostet nur einen Haufen Gebühren und die Referendare der Freenet-Kanzlei freuen sich auch.
Ich würde mich deshalb von einem Anwalt beraten lassen. Am besten wäre einer, der schon Kunden gegen Freenet beraten hat. Eigentlich hoffte ich, durch Internet oder dieses Forum einen zu finden, aber erfolglos. Deshalb habe ich die Sache mit meinem lokalen Anwalt des Vertrauens besprochen (und bin auch selbst in Rechtssachen nicht unbeholfen).
Ich wünsche allen, die Freenet auf den Leim gegangen sind, viel Glück und Erfolg. Wenn jemand Erfahrung mitteilen kann oder Unterlagen braucht, kann er sich gerne an mich wenden.
Gruss,
Don Rustico