Nach der peinlichen
Panne mit dem Kopierschutz XCP sorgt Sony mit einem anderen Kopierschutzsystem erneut für Schlagzeilen. Das Programm "MediaMax", auf knapp sechs Millionen Audio-CDs von Sony BMG enthalten, öffnet den Rechner für Hacker, wie Experten der Bürgerrechtsgruppe "Electronic Frontier Foundation" (EFF) herausgefunden haben.
Böser MediaMax
Ähnlich wie XCP ist MediaMax eine Software, die illegale Kopien von Sony BMG-CDs verhindern soll. Da sich MediaMax jedoch nicht auf dem Rechner versteckt, sei das Sicherheitsleck einfacher zu beheben als bei XCP. Von dem Problem betroffen seien Windows-Systeme, auf denen die MediaMax-Software Zugriffsrechte aufhebt und somit eine potentielle Gefahr für Hackerangriffe darstellt, so die EFF.
Sony teilte dazu mit, wie bei XCP seien auch diesmal keine in Europa verkauften CDs betroffen. Zumindest im Fall XCP scheint das aber nicht ganz zu stimmen. onlinekosten.de hatte die Stiftung Warentest
erklärt, dass CDs mit XCP auch in Deutschland zu haben seien.
Sony reagiert schnell
Anders als bei der Panne mit XCP reagierte Sony diesmal allerdings deutlich schneller und versuchte nicht, das Problem herunterzuspielen. Zügig stellte der Musikriese nach dem Hinweis der EFF gestern einen entsprechenden Patch zum
Download auf seine Homepage. Eine
Liste mit den 27 CD-Titeln, auf denen sich MediaMax befindet, hat Sony BMG ebenfalls online gestellt.
"Wir sind der EFF dankbar für diesen Hinweis", erklärte Thomas Hesse, der bei Sony BMG für das "Digital Business" zuständig ist. Kurt Opsahl von der EFF betonte, Sony habe diesmal "schnell und verantwortlich" gehandelt. Anscheinend hat man aus der XCP-Panne gelernt.