Mit einem Vergleich hat der deutsch-japanische Musikkonzern Sony BMG eine Sammelklage von aufgebrachten Kunden abgewendet. Medienberichten zufolge steht nun allen Käufern von Audio-CDs, die mit den umstrittenen Kopierschutzsystemen
XCP oder
MediaMax versehen waren, Schadenersatz zu. Die erworbenen CDs sollen von den Käufern gegen neue CDs ohne den Kopierschutz umgetauscht werden können, zusätzlich sollen die Kunden drei Audio-CDs aus dem Internet kostenlos herunter laden können oder mit einer Bargeldzahlung entschädigt werden.
Gratis Downloads oder Bargeld
Die betroffenen CDs können laut Medienberichten direkt zu Sony BMG geschickt und umgetauscht werden können. Ersatz bekommen die betroffenen Käufer auch im Geschäft gegen Vorlage ihres Kassenzettels. Der Konzern verpflichtet sich zudem, alle mit XCP versehenen CDs aus dem Handel zu nehmen. Sony BMG muss außerdem Software bereitstellen, mit welcher der CD-Käufer die beiden Kopierschutzprogramme auf seinem Computer entfernen kann.
Hinzu kommt eine Reihe zusätzlicher Auflagen. Bei einem Verstoß drohen dem Musikkonzern weitere Strafen. Die
Vereinbarung ist online einsehbar und umfasst schlappe 42 Seiten. Das zuständige Gericht muss allerdings noch zustimmen, bevor die Vereinbarung offiziell in Kraft tritt.
Imageschaden unbezahlbar
Musik-Riese Sony BMG gibt sich nun sehr bemüht, das XCP-Problem schnellstmöglich aus der Welt zu schaffen. Letztendlich hatte der Konzern dadurch Kunden, Künstler und Verbraucherverbände verärgert. Nicht nur einzelne Personen verklagten den Konzern, auch der Bundesstaat Texas und die Bürgerrechtsgruppe "Electronic Frontier Foundation" zogen vor Gericht. Sony BMG wird sich wohl mit den Klägern einigen und für den Schadenersatz tief in die Tasche greifen. Der erlittene Imageschaden des Konzerns wird aber nicht so einfach wieder zu kitten sein.