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Montag, 19.03.2007 12:02

Kleiner Stecker bringt DSL auf Touren

aus den Bereichen Breitband, CeBIT
Es gibt noch viele weiße Flecken auf der DSL-Landkarte. Besonders in ländlichen Regionen ist es heute noch nicht selbstverständlich, dass jeder Haushalt einen DSL-Anschluss nutzen kann. Wer zu weit entfernt von der Vermittlungsstelle wohnt, kann nicht mit auf die schnelle Datenautobahn. Denn die Reichweite von DSL ist begrenzt und ein weiterer Ausbau oft zu teuer. Das schafft Unmut, denn 2,9 Millionen Haushalte sind bundesweit betroffen.

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DSL nicht für alle

Der Hintergrund: Durch die individuelle Leitungsdämpfung der Hausanschlüsse wird das DSL-Signal immer schwächer, je länger es auf der Leitung unterwegs ist. Hinzu kommt, dass sich Kupferleitungen, die eng nebeneinander liegen, gegenseitig stören. Diese so genannten Nebensprechstörungen verringern die DSL-Reichweite zusätzlich. Doch für eben dieses Problem könnte bald eine Lösung auf den Markt kommen.

Ein kleines, mittelständisches Unternehmen mit rund 230 Mitarbeitern hat vor einigen Jahren den Nebensprechstörungen den Kampf angesagt. Die Vierling Communications GmbH aus Ebermannstadt entwickelte zusammen mit der Erlangener Universität eine neue Technik und stellte sie auf der CeBIT in Hannover vor. Interference Cancellation (IFC) soll künftig die Nebensprechstörungen auf der "letzten Meile" Kupferkabel herausfiltern.

Vierling_Prototyp.jpg
Noch eine Nummer zu groß: Der IFC-Prototyp.
Störungen beseitigen

"Da meist mehrere DSL-Leitungen gebündelt nebeneinander liegen, stören sie sich oft gegenseitig", erläutert Vierling-Vertriebsleiter Oliver Preißler. Die Störungen treten in den Grundbündeln auf, die in der Regel aus zehn Kupferdoppeladern bestehen. Entweder gehen sie von einem Sender am selben Ende der Leitung aus (Near-End Cross Talk) oder vom entgegengesetzten Ende der Leitung (Far-End Cross Talk). Mit einem kleinen Chip sollen sie künftig beseitigt werden.

Der Chip analysiert die Störungen und speist in Echtzeit Signale ein, welche die Störfrequenzen kompensieren und annähernd vollständig ausgleichen. Der Chip soll mit einem Stecksystem in die Kabelverzweiger oder Hauptverteiler nachträglich eingebaut werden. Zusammen mit der France Telecom wurde IFC nach Angaben des Unternehmens bereits erfolgreich getestet.
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