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Samstag, 07.04.2007 17:18

EU will Microsoft zur Offenheit zwingen

aus den Bereichen Sonstiges, Computer
Die Europäische Union (EU) will den amerikanischen Software-Giganten Microsoft zur Herausgabe von Daten des Betriebssystems Windows zwingen. Eine Entschädigung für die Freigabe des Datenmaterials sei aber nicht vorgesehen, berichtet die "Financial Times Deutschland".

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Mehr Chancenverteilung erhofft

Bereits vor mehr als drei Jahren hatte die EU-Wettbewerbsbehörde Microsoft in einem Urteil auferlegt, technische Einzelheiten an Wettbewerber zu lizenzieren. Dadurch sollen Konkurrenzunternehmen in die Lage versetzt werden, Windows-kompatible Software zu entwickeln. Somit könnte die Zahl von Kompatibilitätsproblemen deutlich geringer ausfallen. Ferner erhofft sich die EU von diesem Schritt eine gerechtere Chancenverteilung und mehr Wettbewerb auf dem Software-Markt.

Dies geht aus einem vertraulichen Dokument der EU-Komission hervor, das die Financial Times nach eigenen Angaben einsehen konnte. Microsoft stuft seine Windows-Programmdaten als streng vertraulich ein und versucht, auf verschiedenen Wegen der EU-Anordnung zu entgehen.

Lizenzgebühren überhöht

Im vergangenen Monat hatte die EU-Komission Microsoft vorgeworfen, mit überhöhten Lizenzgebühren potenzielle Lizenznehmer aus dem Rennen zu drängen. Microsoft hat ein Preissystem entwickelt, bei dem bis zu 5,95 Prozent der Erlöse aus dem Software-Verkauf an das Unternehmen abzuführen sind. Unter diesen Bedingungen würde ein Wettbewerber nach EU-Berechnungen sieben Jahre brauchen, bis seine Entwicklungskosten wieder eingespielt sind. Eine so langer Zeitraum würde viele Unternehmen entmutigen, sich für die Software-Entwicklung einzusetzen. Wie aus einer vertraulichen Liste hervorgeht, dürfte Microsoft daher nur einen Bruchteil der derzeit geforderten Lizenzgebühren verlangen.

Selbst Forderungen nach einem Prozent der Einnahmen wären nach Ansicht der EU unangemessen. Berechnungen von IBM, Sun und Oracle können zu ähnlichen Ergebnissen. "Die von Microsoft erhobenen Gebühren sind überhöht und würden ihnen (den Wettbewerbern) nicht erlauben, Produkte zu entwickeln, die aus wirtschaftlicher Sicht tragbar wären", heißt es in dem Schreiben der EU-Kommission. Microsoft könnte bestenfalls eine geringe Pro-Forma-Gebühr zugestanden werden.
red
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