Mobile Endgeräte wie Handys oder MP3-Player könnten künftig mit Bio-Brennstoffzellen aus Traubenzucker oder Limonade betrieben werden. Wissenschaftler der
Universität von Saint Louis haben eine Brennstoffzelle entwickelt, die nahezu jede Zuckerquelle in Energie umwandelt. Das wurde am vergangenen Montag bekannt.
Mehr Leistung als Batterien
Nach jahrelangen Studien gelten die Ergebnisse als Durchbruch bei der Größe und Leistung von Bio-Brennstoffzellen. Diese sind nun klein genug, um in Mobiltelefonen oder MP3-Playern eingesetzt zu werden. Die dadurch erzeugte Energieleistung liegt zudem um das drei- bis vierfache höher als bei herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterien.
Ein pikantes Detail ist, dass die Forschungen vom US-Verteidigungsministerium finanziell unterstützt werden. Demnach hat auch das amerikanische Militär Interesse an der Neuentwicklung. Zu Demonstrationszwecken wurde ein Prototyp gebaut, der in etwa der Größe einer Briefmarke entspricht. Damit wurde ein Taschenrechner erfolgreich betrieben und dieser als Ladegerät für ein Mobiltelefon benutzt.
Nach Angaben von der Leiterin des Forschungsteams, Shelly Minteer, kann ein erneuerbarer Brennstoff direkt in der Zelle verwendet werden. Das funktioniert bei normaler Raumtemperatur. Dadurch wird die im Vergleich zu den üblichen Akkus deutlich höhere Energiegewinnung möglich. Sogar mit Traubenzucker oder gesüßter Limonade lässt sich die Bio-Batterie theoretisch betreiben.
Vorsicht ist jedoch bei kohlensäurehaltigen Getränken geboten, da diese die Brennstoffzelle angreifen. Als optimaler Brennstoff erwies sich nach Angaben des Forscherteams in Wasser gelöster Tafelzucker. Verlaufen weitere Testreihen erfolgreich, könnte die Massenproduktion in drei bis vier Jahren anlaufen.