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Dienstag, 18.09.2007 13:16

Pornosperren-Initiator verliert vor Gericht

aus dem Bereich Sonstiges
Wer den Eindruck gewonnen hat, dass im Internet ein Pornokrieg ausgebrochen ist, findet vor dem Landgericht Hamburg eine Bestätigung für diese These. Dort wurde bereits am 13. September die Kirchberg Logistik GmbH dazu verurteilt, die Verbreitung von Pornografie im Internet an Minderjährige zu unterlassen. Das Unternehmen aus Hannover ist Betreiber der kommerziellen Sex-Seite www.sexyfilms.de und dafür verantwortlich, dass Arcor seinen Kunden den Zugriff auf drei Pornoportale sperrte.

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Arcor im Kreuzfeuer

Kirchberg Logistik hatte gegenüber Arcor argumentiert, dass auf drei Sex-Portalen jugendgefährdende Inhalte ohne spezielle Altersverifikation frei zugänglich seien. Arcor reagierte zügig und richtete eine IP-Sperre ein. Als bekannt wurde, dass dadurch neben den drei beanstandeten Porno-Portalen auch zahlreiche harmlose Internetseiten nicht mehr zugänglich waren, machte Arcor die Sperre kurzerhand wieder rückgängig. Legale Angebote müssten frei zugänglich bleiben, argumentierte ein Sprecher des Providers.

Jetzt wurde bekannt, dass zwischen Kirchberg Logistik und der Pulheimer CyberMaxx GmbH schon seit einigen Monaten ein gerichtlicher Kleinkrieg geführt wird. CyberMaxx gilt als verantwortlich für Support und Administration der Interseite www.privatamateure.com, eines der Portale, das auch von der Arcor-Sperre betroffen war. Bereits im Mai dieses Jahres erwirkte Kirchberg Logistik gegen CyberMaxx eine Einstweilige Verfügung, die das Ziel hatte, die Verbreitung von pornografischen Bildern und Filmen unter privatamateure.com zu verhindern. Der Konter von CyberMaxx ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Im Juni monierte das Pulheimer Unternehmen seinerseits über eine Einstweilige Verfügung einen nicht ausreichenden Jugendschutz unter www.sexyfilms.de.

Weitere rechtliche Schritte angekündigt

Diese Einstweilige Verfügung wurde nun vom Landgericht Hamburg bestätigt (Az. 327 O 389/07), nachdem Kirchberg Logistik ein richterliches Urteil gefordert hatte. Laut einer Unternehmensmitteilung von CyberMaxx hatte Kirchberg Logistik vor Gericht eingeräumt, in 21 Fällen ungeschützt an Minderjährige pornografische Inhalte verbreitet zu haben. Ein Ende des Kleinkriegs der Erotik-Portale dürfte mit dem nun ergangenen Urteil aber noch nicht erreicht sein. CyberMaxx-Geschäftsführer Thomas Gapski kündigte weitere rechtliche Schritte gegen "Kirchberg und deren Hintermänner" an.
red
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