Bernd ist sauer. Sein Chef hat ihm gekündigt. Und das bloß, weil er ein paar Mal zu spät gekommen ist. Heute hat Bernd seinen letzten Arbeitstag. Letzte Chance, dem Chef einen Denkzettel verpassen. Nur ein kleiner Befehl – und die Festplatte des Dienst-PCs ist gelöscht. Rache ist süß.
Kein Ausnahmefall, sondern Alltagsroutine: Racheakte per Computer sind scheinbar "en vogue". Nicolas Ehrschwendner, Geschäftsführer der Attingo-Datenrettung in Wien, registriert 2007 nahezu eine Verdoppelung von Fällen mit Sabotageverdacht im Vergleich zum Vorjahr.
Risikozeit Jahreswechsel
Retten, was zu retten ist:
Die Profis im Einsatz. Foto: Attingo
Eines haben alle gemeinsam: Sie sollen der Firma schaden. Die Methoden sind vielfältig. Zum Beispiel löschen Mitarbeiter absichtlich kostbare Unternehmensdaten oder formatieren Datenträger. Meistens handelt es sich um "Retourkutschen": Dem Rächer ist unversehens die Kündigung ins Haus geflattert oder er soll ungefragt versetzt werden.
Zum Jahreswechsel häufen sich solche Fälle, weiß man bei Attingo. Und das ist kein Zufall, denn da laufen Zeitverträge aus, Kündigungen werden wirksam oder der Mitarbeiter wechselt zur Konkurrenz.
System-Admin kann helfen
Ein System-Administrator, der die EDV-Systeme mit Sicherheitsfunktionen ausstattet und die Datensicherung überwacht, trägt zu mehr Sicherheit bei und kann den Schaden im Ernstfall begrenzen. Aber selbst große Konzerne mit eigener IT-Abteilung werden Opfer der "Dolchstoß-Attacken". Es sind eben nicht nur die Viren und Trojaner, die das Leben im IT Zeitalter erschweren. "Die Gefahr", so Ehrenschwendner, "kommt oft von innen."