Im April überholte Facebook erstmals die Social Community MySpace bei den weltweiten Besucherzahlen. In den USA sieht die Lage noch anders aus, doch die Lücke schließt sich immer schneller. Der Grund: Branchenbeobachter gehen davon aus, dass das einstige Erfolgsrezept von MySpace – die Anonymität der Nutzer – der Plattform langsam zum Verhängnis wird.
Identitätskrieg 2009
Social Networking ist den Kinderschuhen entwachsen, verspielte Nicknames sind out – das zumindest ist die einhellige Meinung der Betreiber. Heute möchten Nutzer wissen, mit wem sie es zu tun haben, die im Virtuellen geknüpften Freundschaften sollen auch jenseits der Monitore gepflegt werden. Wie das US-Branchenmagazin "techcrunch" vermutet, wird spätestens im kommenden Jahr diese Qualität über Erfolg und Misserfolg eines
Web 2.0-Projektes entscheiden: Denn letztlich sind konkrete Ansprechpartner auch für eine effektive Werbung unentbehrlich.
MySpaceID erfordert echten Namen
Portale wie Facebook, Xing und StudiVZ verfolgen diese Strategie schon seit längerem, von den großen Plattformen zierte sich einzig MySpace den Schleier der Anonymität zu lüften: Nicht zuletzt dem Druck der Konkurrenz ist es zu verdanken, dass sich dies künftig ändern wird. Hintergrund ist die Umstellung auf MySpaceID als Antwort auf Facebook Connect, ein System, das es Mitgliedern erlaubt, die Login-Informationen ihres Stammportals auch für die Anmeldung auf Konkurrenzseiten zu nutzen. Vorraussetzung für die Nutzung von MySpaceID: Ein echter Name muss angegeben werden. Zudem wurde die Registrierungsseite des Portals jüngst einem Update unterzogen, so dass neue Mitglieder nun gefragt werden, ob neben ihrem Pseudonym auch der volle Namen im Profil erscheinen soll.