Immer mehr Menschen surfen auch in Nordrhein-Westfalen und Hessen über das digitalisierte TV-Kabel im
Internet. Der örtliche
Kabelnetz-Betreiber
Unitymedia konnte laut der am Donnerstag in Köln vorgelegten Geschäftszahlen im zweiten Quartal viele neue Kunden für seine "neuen Dienste" gewinnen. Es lief aber nicht in allen Produkt-Segmenten richtig rund.
Viele neue Internet-Kunden
So ist zum Beispiel die Zahl der klassischen Kabel-TV-Kunden weiter rückläufig. Die Zahl der Anschlüsse ging um immerhin 23.000 auf 4,55 Millionen zurück. Immerhin 1,27 Millionen Kunden nutzen inzwischen einen digitalen Anschlüsse. Besser lief es mit dem
Internet über Kabel. Hier legten die Kundenzahlen zwischen April und Juni um 90.000 auf 803.000 zu. Ihre Telefonate führen inzwischen 490.000 Kunden über das Kabelnetz von Unitymedia. Das sind 62.000 mehr als Ende März.
Weniger positiv fällt hingegen die Entwicklung im Pay-TV-Geschäft aus. Weil Unitymedia die Fußball Bundesliga nicht mehr in Eigenregie vermarkten kann, kündigten 126.000 Kunden ihr einst für arena abgeschlossenes Pay-TV-Abo. Ende Juni waren somit nur noch 469.000 Pay-TV-Abos bei Unitymedia-Kabelkunden aktiv. Aus den gleichen Gründen rutschte auch die Kundenzahl für arenaSAT in den Keller. Sie schrumpfte um 79.000 auf nur noch 105.000.
Unter dem Strich standen 1,4 Millionen Euro Verlust
Den Umsatz konnte Unitymedia im Jahresvergleich deutlich steigern. Wurden im zweiten Quartal 2008 noch 286,0 Millionen Euro umgesetzt, waren es im gleichen Zeitraum dieses Jahres 318,1 Millionen Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) betrug 117,5 Millionen Euro nach 107,7 Millionen Euro vor einem Jahr. Ausgaben in Höhe von rund 284 Millionen Euro (unter anderem für den weiter vorangetriebenen Netzausbau) hatten zur Folge, dass unter dem Strich ein Verlust von 1,40 Millionen Euro stand. Ein Jahr zuvor wurde noch ein Gewinn von 4,48 Millionen Euro eingefahren.