Der Bedarf an schnellen Internetzugängen steigt. Auch immer mehr Privatleute wünschen sich für ihren Surfausflug im
Internet immer höhere Bandbreiten. Während
DSL-
Provider auf
VDSL mit 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) setzen, hat
Kabel BW im Kabelnetz bereits mit der Vermarktung von CleverKabel 100 begonnen, einer Doppel-Flat mit einer Bandbreite von 100 Mbit/s. Doch es geht noch schneller.
Unitymedia stellte am Dienstag bei einer Presseveranstaltung in seinem
Network Operation Center im nordrhein-westfälischen Kerpen das neue Highspeed-Produkt mit 120 Mbit/s vor.
120 Mbit/s ab 2. November
Die Vermarktung der nach eigenen Angaben schnellsten
Flatrate Deutschlands für Privatkunden startet am 2. November. Dabei werden Kunden in Köln, Bergisch Gladbach und Aachen als erste von dem neuen, rasend schnellen
Internetzugang per
Kabel profitieren. Der Upload wird mit bis zu fünf Mbit/s ermöglicht. Neben der Internetnutzung können Kunden auch ohne Bandbreitenverluste telefonieren und fernsehen. Unitymedia setzt zur Realisierung der hohen Download-Geschwindigkeit erstmals den Kabelstandard
Data over Cable Service Interface Specifiction (DOCSIS) 3.0 ein.
Als 2play- und 3play-Variante erhältlich
Bei der Pressevorführung erläuterte
Unitymedia-Chef Parm Sandhu das neue Produkt. Die maximale Bandbreite wird sowohl als 2play-Paket mit einer Doppel-Flat für Internet und Telefon als auch als 3play-Paket mit zusätzlichem digitalen Fernsehen angeboten. Die Geschwindigkeit von 120 Mbit/s sei nur der Anfang. Bei Einführung einer Flatrate mit 20 Mbit/s im Jahr 2007, hätten die Leute gefragt: "Seid ihr wahnsinnig - wer braucht 20 Mbit/s?". In diesem Jahr würden mit geschätzten vier Exabyte mehr Informationen generiert, als die gesamte Menschheit in 5.000 Jahren zuvor generierte. Eine superschnelle
Breitband-Infrastruktur sei daher für unsere Zukunft unverzichtbar, so Sandhu. Köln sei aufgrund des Firmensitzes von Unitymedia für den Start des neuen Produktes gewählt worden. Aachen, das erst im Dezember 2008 ein rückkanalfähiges Kabelnetz erhalten hatte, sei ein Zentrum für Forschung und Technik. Die Aachener verdienten daher einen Ausgleich und erhalten direkt einen Geschwindigkeitssprung. Mit 120 Mbit/s könne ein Gigabyte in einer Minute heruntergeladen werden, eine CD benötige lediglich 50 Sekunden, eine komplette DVD rund fünf Minuten.
In Tests wurden Downloads bis zu 380 Mbit/s erzielt
Unitymedia erreichte im Test sogar 125 Mbit/s im Download. Foto: Onlinekosten.de.
Die technischen Hintergründe erläuterte Colin Büchner, Senior Vizepräsident Operations & Technology bei Unitymedia. In Tests seien bereits Downloads mit bis zu 380 Mbit/s realisiert worden. Dies könne durch DOCSIS 3.0 und Bündelung von acht Kanälen erreicht werden. Die Kunden erhielten kostenlose neue Kabelmodems, die mit solchen Bandbreiten kompatibel sind. Der Umstieg auf 120 Mbit/s soll nicht nur Neukunden, sondern auch Bestandskunden ermöglicht werden.
Insgesamt könnten aktuell mit den drei Städten bereits rund zehn Prozent der Unitymedia-Haushalte mit der maximalen Bandbreite auf Basis von DOCSIS 3.0 versorgt werden. In Köln und Bergisch Gladbach seien es 573.000 Haushalte, in Aachen 139.000. Nach Angaben von Unitymedia sei die Ausweitung dieses Angebotes auf das ganze Netz in Nordrhein-Westfalen und Hessen technisch innerhalb von rund vier Monaten möglich. Das Unternehmen wolle zunächst aber erst die Erfahrungen in Köln, Bergisch Gladbach und Aachen abwarten
Angaben zum Preis für das neue Produkt machte Unitymedia noch nicht. Kabel BW verlangt derzeit für CleverKabel 100 monatlich 49,90.