Am Donnerstagabend war es
noch ein Gerücht, jetzt ist es offiziell: der Medienkonzern
Liberty Global, der bereits in 14 Ländern Kabelnetze betreibt und auf rund 17 Millionen Kunden blicken kann, kauft für 3,5 Milliarden Euro (inklusive 1,5 Milliarden Euro Schulden) den in Nordrhein-Westfalen und Hessen tätigen Kabelnetzbetreiber
Unitymedia. Es sei eine verbindliche Vereinbarung zum Erwerb von 100 Prozent des Stammkapitals der Unitymedia GmbH vereinbart worden, heißt es in einer Unternehmensmitteilung des Kölner Kabelanbieters.
Internationales Know-How für Unitymedia
"Diese Transaktion untermauert Unitymedias erfolgreiche Strategie, das erhebliche Wachstumspotenzial in den noch vergleichsweise wenig entwickelten deutschen
Breitband- und Pay TV-Märkten zu nutzen. Als Teil des weltgrößten internationalen Kabelunternehmens werden Unitymedia und seine Kunden erheblich vom verbesserten Zugang zu neuen Technologien und einer globalen Forschung und Entwicklung profitieren", heißt es in einer ersten Reaktion von Unitymedia-Chef Parm Sandhu.
Zukünftig soll Unitymedia mit der Unterstützung von Liberty Global ein noch stärkerer Wettbewerber im
Triple-Play-Geschäft werden und langfristig "eine führende Rolle in der Veränderung der deutschen Kabelindustrie nehmen", so Sandhu weiter. Der Vollzug der Übernahme ist für das erste Halbjahr 2010 vorgesehen und bedarf noch der kartellrechtlichen Genehmigung.
Zweiter Anlauf durch Liberty Global
Geführt wird Liberty Global durch John Malone, der zwischen 2001 und 2003 bereits das damals von der
Deutschen Telekom kontrollierte Kabelnetz übernehmen wollte. Die
Telekom entschied sich aber für ein anderes Angebot. Das passierte allerdings nur, weil das Bundeskartellamt eine bereits erfolgte Einigung mit Liberty Global
wegen Bedenken vor Nachteilen für deutsche Kabel-Kunden blockierte. Nun wagt Malone einen zweiten Angriff in der deutschen Kabel-TV-Landschaft.