Das
World Wide Web feiert in diesem Jahr den fünfzehnten Geburtstag. Doch das für die Kommunikation zwischen Clients und Web-Server zuständige Hypertext Transfer Protocol (HTTP) ist nach Ansicht des US-Internetkonzerns Google in die Jahre gekommen. Der Suchmaschinenbetreiber sieht Verbesserungsbedarf und stellt im
Blog zum
Browser Chrome mit SPDY gleich ein eigenes, optimiertes Web-Protokoll vor.
Projekt in früher Phase
Das Forschungsprojekt befinde sich noch in einer frühen Phase und sei Teil der Bemühungen, um das
Internet zu beschleunigen. Das
SPeeDY gesprochene neue Protokoll ermöglicht den Transport von Inhalten über das Netz. SPDY ist speziell darauf ausgerichtet Wartezeiten zu minimieren. Dies werde durch Einsatz von Streams über mehrere Kanäle, durch Priorisierung und Kompression von HTTP-Headern erreicht. HTTP, das seit 1996 als Web-Standard genutzt wird, sei ein einfaches Protokoll, das lange Zeit zufriedenstellend gearbeitet hätte. In den letzten Monaten hätte ein Google-Team aber nach neuen Wegen gesucht wie Browser und
Server miteinander kommunizieren könnten. Ein erster Prototyp eines Web Servers und eines Google Chrome Clients mit SPDY-Unterstützung seien das Ergebnis dieser Bemühungen.
Webseiten bis zu 55 Prozent schneller abrufbar
Bislang sei SPDY zwar nur unter Laborbedingungen getestet worden, doch die ersten Ergebnisse seien ermutigend. Die populärsten 25 Webseiten seien bis zu 55 Prozent schneller abrufbar gewesen. Tests unter realen Bedingungen stünden noch an. Das kleine Entwickler-Team, das bei Google mit diesem Thema befasst ist, erhoffe sich aber auch eine aktive Mitarbeit und Feedback der Web-Community. Der Code werde daher als Open Source bereitgestellt. Eine erste
SPDY-Dokumentation hat Google für Interessierte online bereitgestellt.