Erst vor wenigen Wochen machte eine schwere Sicherheitslücke im Internet Explorer weltweit Schlagzeilen, nachdem sogar Institutionen wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vor einer
Verwendung des Browsers gewarnt hatten. Nun hat Microsoft erneut auf ein
Leck in dem Programm hingewiesen, das es bösartigen Angreifern unter Umständen ermöglicht, über speziell präparierte
Websites Schadcode einzuschleusen oder auf die
Festplatte des Nutzers zuzugreifen.
Alle Versionen betroffen
Betroffen sind nach Angaben von Microsoft grundsätzlich alle Versionen des Internet Explorers ab Version 5.01 Servicepack 4 auf allen Windows-Versionen ab 2000 Servicepack 4 aufwärts. Die Auswirkungen des Problems auf den Betriebssystemen Windows
Vista, Windows
Server 2008 und
Windows 7 sind jedoch wesentlich geringer, da der Microsoft-Browser hier standardmäßig im sogenannten "geschützten Modus" (
Protected Mode) ausgeführt wird. Dieser erschwert die automatische Installation unerwünschter Software und die Ausführung von Schadprogrammen bei Aufruf einer
Website. Da dieses Feature auf den älteren Plattformen Windows 2000, Windows XP und
Windows Server 2003 nicht zur Verfügung steht, empfiehlt Microsoft betroffenen Nutzern vor dem Besuch einer unbekannten
Internetseite deren Vertrauenswürdigkeit zu prüfen. Bis ein Patch bereitsteht, sollten Internetnutzer zudem nur über ein Konto mit eingeschränkten Rechten im Netz aktiv werden. Potenzielle Angreifer erhalten so keinen Zugriff auf wichtige Systemeinstellungen und Dateien des Betriebssystems. Die Gefahr für alle sonstigen Festplatteninhalte ist laut Microsoft ernst, aber nicht kritisch: Um Zugriff darauf zu erhalten, muss einem Angreifer der genaue Name und Ablageort einer Datei bereits im Vorfeld bekannt sein.
Weitgehend entschärfen lässt sich das Problem vorerst durch ein Reparaturprogramm, welches unter
http://support.microsoft.com/kb/980088 online ausgeführt werden kann. Das Tool behebt zwar die Schwachstelle nicht, mindert jedoch deren Auswirkungen. Auch das Setzen der höchsten Sicherheitsstufe in den Einstellungen des Internet Explorers soll kurzfristig Abhilfe schaffen. Wann ein Patch verfügbar ist, teilte Microsoft nicht mit.