Die
Vorstellung des neuen Apple iPad geriet zum weltweit beachteten Medienevent. Der neue
Tablet PC lässt sich unter anderem als
E-Book-Reader einsetzen – und wildert damit auf dem bislang vor allem von
Amazon mit seinem Lesegerät
Kindle dominierten Markt. Doch Amazon will laut einem Bericht der "New York Times" nicht kampflos die Waffen strecken und sich zurückziehen, sondern könnte das Kindle stattdessen technisch aufrüsten.
Kindle mit Touchscreen-Farbdisplay?
Amazon habe nach Angaben der US-Zeitung zu diesem Zweck das auf Touchscreen-Technologie spezialisierte Start-Up Touchco aus New York übernommen. Die Belegschaft würde in die Kindle Hardware-Abteilung im kalifornischen Cupertino integriert. Weder Amazon noch Touchco wollten jedoch einen Kommentar zu den Spekulationen abgeben. Touchco, hervorgegangen aus einem Forschungsprojekt der New Yorker Universität, nutze eine Technologie mit der sich Displays billiger herstellen lassen. Die kapazitiven Displays des iPhone oder iPad seien deutlich teurer. Zudem käme bei Touchco auch Multitouch - das Bedienen des Bildschirms mit mehreren Fingern gleichzeitig - zum Einsatz. Das New Yorker Unternehmen verwende außerdem drucksensitive Widerstände, die unterscheiden könnten zwischen der Berührung eines Fingers oder dem Druck eines Stiftes oder einem anderen Zeigegerät. Schließlich könne die Touchco-Technologie problemlos auch in Farb-LCDs eingesetzt werden. Multitouch und Farbe sind Features, die dem Kindle derzeit noch fehlen, die das Apple iPad aber bereits mitbringt. Eine virtuelle Tastatur könne außerdem die derzeitige physische Tastatur des Amazon Lesegerätes ersetzen.
Amazon Kindle (li.) und Apple iPad (re.): Das Kindle muss technisch aufrüsten um mit dem iPad mithalten zu können.
Bilder: Amazon/Apple
Apps für das Kindle und billigere E-Books
Bislang setzt Amazon auf die
E-Ink-Technologie: Diese ermöglicht das augenfreundliche Lesen auch von langen Büchern und ist zudem noch stromsparend. Für das
Surfen im Web und Multimedia seien E-Ink-Displays nach Ansicht von Experten aber zu langsam und schwerfällig. Amazon bliebe daher nur eine Preissenkung für die aktuellen Kindle-Reader oder aber ein neues Produkt mit anderer Display-Technologie. Daher wird nun spekuliert, ob Amazon jetzt fieberhaft an einem neuen Kindle mit Touchscreen-Farbdisplay arbeitet. Um mit Apple mithalten zu können, hatte Amazon im vergangenen Monat bereits die Entwicklung von
Apps für das Kindle angekündigt. Zudem wolle der Online-Händler die E-Books günstiger anbieten. Der
Kindle Store hat sich auch für deutsche E-Books geöffnet.
Ein technisch aufgemotztes Kindle-Lesegerät müsste Amazon möglichst schnell auf den Markt bringen, denn das iPad wird bereits ab März erhältlich sein. Nach Angaben des Computerhändlers Gravis hätten alleine in Deutschland bereits rund 14.000 Teilnehmer einer Umfrage ihr Interesse am
iPad geäußert. Der Apple-Händler rechnet aufgrund der großen Resonanz daher mit einem Erfolg des neuen Apple Produktes.