Trotz Navigationssystem im Stau - nicht nur Vielfahrer kennen das Problem zur Genüge. Schuld an der Misere ist nicht selten das kostenfreie Verkehrsmeldesystem TMC (Traffic Message Channel), dessen Ausweichempfehlungen zu spät erfolgen oder geradewegs in den nächsten Engpass auf einer Alternativroute führen. Schneller ankommen mit TMC-Unterstützung bleibt insbesondere in Ballungsgebieten eher ein Wunschtraum. Auch das seit 2004 ausgestrahlte Premium-Pendant TMC Pro ändert daran nur wenig. Wer auf eine reibungslose Fortbewegung angewiesen ist, setzt daher längst auf die Möglichkeiten mobiler Datendienste - sogenannte Live-Services. Vier führende Navigationshersteller haben derzeit entsprechende Lösungen im Programm: Garmin, Medion, Navigon und TomTom. Wir haben uns Angebot, Kosten und Konditionen einmal genauer angesehen.
Verkehrsmeldungen in Echtzeit und mehr
Navigationsgeräte mit Live-Anbindung verfügen über eine integrierte SIM-Karte und stehen darüber permanent mit der Außenwelt in Kontakt. Sie sind dabei nicht nur in der Lage, Verkehrsbehinderungen zeitnah zu melden, sondern informieren wahlweise ebenfalls über das Wetter am Zielort, zeigen aktuelle Kraftstoffpreise sowie Parkplatzgebühren, warnen vor mobilen Radarfallen oder ermöglichen etwa die Suche nach dem besten Restaurant in der Nähe per Google-Abfrage. Auch Flugzeiten, Telefonnummern oder Updates lassen sich wie bei Smartphones jederzeit unterwegs abrufen.
Die Stauvorhersage basiert dabei auf einer Vielzahl von Quellen, die zentral gesammelt und ausgewertet werden. Bereits 2008 stellte TomTom mit "HD Traffic" den ersten Dienst dieser Art in Europa vor. Heute nutzen nach Angaben der Niederländer mehr als eine Million Kunden ein TomTom-System mit Live-Dienst und senden gleichzeitig unablässig Daten zu ihrer eigenen Fahrsituation an einen Unternehmensserver. Zusätzlich nutzt TomTom anonymisierte Bewegungsprofile von Handys sowie Tracking-Daten aus dafür ausgerüsteten Fahrzeugen. Die Konkurrenz bei Garmin, Medion und Navigon hat ihre Live-Angebote zwar deutlich später gestartet, das Grundprinzip ist aber überall ähnlich.
Verkehr, Wetter oder Google: Live-Dienste bieten Zugriff auf aktuelle Informationen per Mobilfunknetz. Bild: Navigon
Inklusivmonate beim Gerätekauf
War die per Mobilfunknetz realisierte Echtzeit-Technologie vor kurzem noch einer zahlungskräftigeren Kundschaft vorbehalten, hat der Wettbewerb auch hier deutliche Preissenkungen bei Hardware und Folgeleistungen bewirkt. Einzelne Modelle wie etwa das Garmin nüvi 1690 nüLink! oder das TomTom XL Live sind mittlerweile für weniger als 200 Euro zu haben.
Je nach Marke verfügen die Systeme ab dem Kauf über unterschiedliche Kontingente an Inklusivmonaten, in denen die GSM-basierten Live-Services in Europa frei genutzt werden können. Welche Länder dabei abgedeckt werden, ist äußerst variabel und sollte vor dem Kauf beziehungsweise Reiseantritt auf der jeweiligen Produkt-Homepage geprüft werden. Selbst innerhalb Deutschlands steht die Live-Funktionalität nicht überall zur Verfügung und ist abhängig von der Netzabdeckung des kooperierenden Mobilfunkanbieters. Garmin setzt dabei auf E-Plus, Navigon nutzt die Infrastruktur der Telekom und TomTom arbeitet mit Vodafone zusammen. Welcher Provider bei Medion im Hintergrund agiert, war nicht zu erfahren. Das Unternehmen lehnte eine Auskunft auf Nachfrage von onlinekosten.de ab.
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