Eine jederzeit verfügbare, komplette Bibliothek für die Hosentasche erhalten lesebegeisterte Bücherwürmer mit einem E-Book-Reader. Auf dem deutschen Markt werden die digitalen Lesegeräte mittlerweile von verschiedenen Anbietern vermarktet, der Absatz von E-Books gewinnt langsam an Fahrt. Der Online-Händler Amazon verkauft in den USA bereits mehr E-Books als gedruckte Bücher, sein unter dem Namen Kindle vermarkteter Reader schafft es dort regelmäßig, sich ganz oben in den jährlichen Verkaufscharts des US-Konzerns zu platzieren. Amazon bietet in Deutschland seit Mitte Oktober bereits die vierte Generation des Kindle an, das Gerät ist erstmals für knapp unter 100 Euro Euro erhältlich. Der Online-Versender pusht sein eigenes Produkt in der Vorweihnachtszeit intensiv - mit Erfolg. Beim diesjährigen Cybermonday am 12. Dezember war der Kindle das meistbestellte Produkt, zudem wurden niemals zuvor bei Amazon.de so viele E-Book-Reader an einem Tag verkauft. Im Gegensatz zum weiterhin verfügbaren Vorgänger, dem nun Kindle Keyboard getauften Reader, präsentiert sich das aktuelle Amazon Lesegerät kompakt ohne Tastatur und Lautsprecher, aber weiterhin mit 6 Zoll großem Display. Die Verbindung ins Internet erfolgt ausschließlich per WLAN. Wie sich der neue Kindle in der Praxis bewährt, hat unsere Redaktion getestet.
Kompaktes Gehäuse und ansprechendes Design
Der Kindle wird von Amazon in einer speziell für den E-Book-Reader maßgeschneiderten Verpackung versendet. Der Lieferumfang ist leider recht überschaubar. Neben dem Kindle finden sich nur ein USB-Ladekabel sowie eine Kurzanleitung in dem Paket. Eine Schutzhülle und ein USB-Netzadapter sind nur als kostenpflichtiges Zubehör erhältlich. Ein ausführliches Benutzerhandbuch sowie ein deutsches und englisches Wörterbuch sind bereits auf dem Lesegerät vorinstalliert. Ein Set-up-Assistent begleitet den Nutzer beim ersten Start und ermöglicht die Wahl der Gerätesprache und die Einrichtung des WLAN-Netzwerkes. Der neue Kindle bietet erstmals eine deutsche Menüführung, daneben steht in den Einstellungen wahlweise auch Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch und Portugiesisch zur Verfügung.
Das in China hergestellte Lesegerät bringt nur 170 Gramm auf die Waage und ist damit leichter als ein durchschnittliches Taschenbuch. Mit Abmessungen von 166 x 114 x 8,7 Millimetern entspricht der Kindle etwa der Größe einer Postkarte und liegt gut in der Hand. Einem längeren Lesevergnügen steht damit nichts im Wege. Die kompakten Ausmaße erreichte Amazon durch Verzicht auf eine physische Tastatur, der neue Kindle hat lediglich eine virtuelle Tastatur an Bord.
Der Kindle bietet Platz für rund 1.400 E-Books, das gut verarbeitete Gehäuse besteht aus Kunststoff.
Bild links: Amazon, Bild rechts: onlinekosten.de
Speicherplatz für rund 1.400 Bücher
Um einen Verkaufspreis von 99 Euro zu erreichen, hat Amazon auch beim Speicherplatz abgespeckt. Während der Kindle Keyboard 4 Gigabyte (GB) internen Speicher mitbringt, ist der Speicher beim neuen Kindle auf 2 Gigabyte (GB) begrenzt und nicht erweiterbar. Zur freien Nutzung stehen rund 1,25 GB zur Verfügung. Das entspricht rund 1.400 digitalen Büchern und sollte auch Vielleser zufriedenstellen. Wird der Platz dennoch knapp, lassen sich einzelne Bücher vom Kindle löschen. Verloren sind sie jedoch nicht, da Amazon alle gekauften Inhalte zentral in der Cloud speichert und archiviert, so dass sie sich bei Bedarf wieder auf den Reader herunterladen lassen. Audiofähigkeiten wie sie noch der Kindle Keyboard zum Abspielen von Hörbüchern oder MP3s bot, beherrscht das aktuelle Lesegerät nicht. Der neue Kindle ist ganz auf das Lesen von digitalen Inhalten ausgerichtet.
Der E-Book-Reader präsentiert sich in anthrazit-silberfarbenem, gut verarbeiteten Kunststoffgehäuse, das einen wertigen Eindruck vermittelt. Seitlich finden sich sowohl links als auch rechts jeweils zwei Tasten zum vor- und zurückblättern im digitalen Lesestoff. Damit ist der Kindle für Links- und Rechtshänder geeignet. Unterhalb des Displays hat Amazon vier Bedientasten und ein Cursorpad platziert, über die sich unter anderem die virtuelle Tastatur, das Menü und die Startseite aufrufen lassen.
Vier Bedientasten und ein Cursorpad. Auf der Unterseite ist der Ein/Aus-Schalter sowie die Micro-USB-Schnittstelle platziert.
Bild: onlinekosten.de
Die Navigation innerhalb von Menüs, auf dem Startbildschirm, auf Webseiten im Kindle-Internetbrowser sowie das Markieren von Textstellen erfolgt über das leicht bedienbare Cursorpad. Ein- und Ausschalten lässt sich der Kindle über einen an der Unterseite platzierten Schalter. Hier befindet sich auch die Micro-USB-Schnittstelle zum Laden des E-Book-Readers über einen Computer mit Hilfe des mitgelieferten USB-Kabels. Optional bietet Amazon für 9,99 Euro einen USB-Netzadapter an, der sich an jede herkömmliche Steckdose anschließen lässt.
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