Samstag, 21.01.2012 11:16
Facebook: Live-Kino entert Gefällt-Mir-Welt
aus dem Bereich Sonstiges
Die einen verachten die "Datenkraken", die anderen kommen ohne sie
nicht mehr aus: Facebook
und Co spalten die Webgemeinde in zwei Lager. Als Werbeplattform haben
sie jedoch längst den Fuß in der Tür – und das neuerdings auch in der
Filmbranche.
"Batman" war der Vorreiter
Warner und Co haben laut "Financial Times Deutschland" (FTD) die "Gefällt Mir"-Welt für sich entdeckt. Die Idee: Facebook-Fans können Kinofilme gegen
Leihgebühr über das soziale Netzwerk ansehen. Die Filmindustrie hofft
auf Zugriff auf E-Mail-Adressen, einen Hit-Boom auf ihren Fanseiten und
Informationen über die Neigungen und Vorlieben ihrer "Like
It"-Gemeinde.
Auch die Sekundärvermarktung soll die Kasse zum Klingeln bringen, so FTD. Sollte beispielsweise der nächste James Bond Film auf Facebook
laufen, könnten nebenbei Anzeigen für die Zutaten des
Leib-und-Magen-Drinks des Agenten eingeblendet werden: Wodka und
Martini.
Das Facebook-Debüt machte der Batman-Film "The Dark Knight" im März
2011 in den USA. In Deutschland war "Kokowääh" im Sommer auf der
Plattform zu sehen. Seither haben Medienberichten zufolge 14 Studios
mit dem sozialen Netzwerk als neuer Vertriebsgrundlage experimentiert.
Mit "Atemlos - Gefährliche Wahrheit" enterte kürzlich erstmals ein Film in den USA zum gleichen Zeitpunkt Facebook als Stream zu 3,99 US-Dollar (3,13 Euro) und die Läden und Online-Shops als DVD und Blu-ray.
Facebook-Credits nicht erwünscht
Auch das Studio Lions Gate verfolgt damit interaktive
Web 2.0-Ziele: Am Ende des Films führt eine Testfrage zu einem Interview mit Hauptdarsteller Taylor Lautner. Außerdem können die Nutzer während des Filmgenusses in bestimmten Szenen Kommentare hinterlassen, die ihren Freunden anschließend beim Zusehen eingeblendet werden.
Was den Facebook-Machern weniger schmecken dürfte: Beim Kassieren gehen sie leer aus. Lions Gate bietet nach FTD-Angaben lediglich PayPal und
Kreditkarte als Bezahloption an. Die Plattform-eigene Währung, die
Facebook-Credits, würden dem Portal 30 Prozent Umsatzprovision
einbringen.
red