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Donnerstag, 09.02.2012 18:31

Schott: Breitband-Internet per Satellit für Kommunen

aus dem Bereich Breitband

Der Start des Breitbandsatelliten Ka-Sat des Satellitenbetreibers Eutelsat hat im vergangenen Jahr erhebliche Bewegung in den Markt für Internet über Satellit gebracht. Seitdem bieten Vertriebspartner über die tooway-Plattform von Eutelsat Sat-Internet mit Bandbreiten von bis zu 10 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Download und bis zu 4 Mbit/s im Upload an. Erste Provider vermarkten inzwischen auch Internet per Satellit als echte Flatrate ohne Fair Use Policy, die bislang eine Bandbreitendrosselung nach Verbrauch eines bestimmten Datenvolumens vorsah. Technisch wird lediglich eine Satellitenschüssel und ein Sat-Modem benötigt. Die Internetagentur Schott, Sat-Internet-Spezialist und Eutelsat-Vertriebspartner, stellt nun zusammen mit der Bochumer STG Kommunikation, einem Kommunikationstechnik-Dienstleister, eine neue Breitband-Komplettversorgung für Kommunen vor, die auch auf der diesjährigen CeBIT in Hannover präsentiert wird.

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Sat-Internet über die Telefonleitung

Bei dem neuen technischen Ansatz benötigt nicht mehr jeder Endkunde eine eigene Satellitenschüssel. Stattdessen bündeln die beiden Partner Sat-Internet per Ka-Sat mit klassischer DSL-Technik. In den Ortsteilen der Kommunen werden zu diesem Zweck die vorhandenen Kabelverzweiger (KVZ) um ein Outdoor-DSLam ergänzt und die vorhandenen Telefonleitungen genutzt. Die angeschlossenen Haushalte werden über ein DSL-Modem mit einem Breitbandzugang versorgt.

"Im Prinzip merken die Haushalte beim Surfen und Versenden eigener Daten keinen Unterschied zu kabelgebundenen Diensten. Aktuell bieten wir mit der Lösung bis zu 8 Mbit/s im Download an, um das Nutzerverhalten zu untersuchen", erläutert Stephan Schott, Geschäftsführer der Internetagentur Schott. Die Technik hat Potential für noch höhere Bandbreiten. "Die eingesetzte ADSL2+ Technik kann pro Haushalt sogar bis zu 20 Mbit/s im Down- und 1,2 Mbit/s im Upstream erreichen. Diese Leistungen halten wir noch in diesem Jahr für machbar", so Schott weiter. Es lassen sich dank der Sat-Internet-Bündelung nahezu beliebig viele Haushalte anschließen.

Schott Ortsnetzversorgung per Satellit
Breitband per Satellit für ganze Orte. Noch in diesem Jahr sollen bis zu 20 Mbit/s im Download machbar sein.
Grafik: Internetagentur Schott

Breitbandausbau wird mit neuer Lösung günstiger

STG Kommunikation und die Internetagentur Schott übernehmen vor Ort den Ausbau inklusive erforderlicher Tiefbauarbeiten, nehmen die Breitbandversorgung in Betrieb und betreiben bei Bedarf auf die ADSL2+-Infrastruktur. Alternativ können die Kommunen das Netz aber auch in Eigenregie betreiben. Sollten sich aufgrund der Gegebenheiten vor Ort einzelne Gebäude oder Haushalte nicht direkt anschließen lassen, bieten die Partner stattdessen eine technische Lösung an, die bereits im vergangenen Jahr vorgestellt wurde: eine Sat-Internetversorung für bis 24 Wohneinheiten. Aber auch Einzelnutzer-Lösungen kommen zum Einsatz.

Ein großer Vorteil der KVZ-Lösung ist eine erhebliche Reduzierung der Kosten. Im Vergleich mit einem klassischen Breitbandausbau liegen die Kosten je nach Standort nach Unternehmensangaben um bis zu zwei Drittel niedriger. Da es sich bei dem Breitbandausbau um ein Infrastrukturprojekt handelt, sei die Internetversorgung von Kommunen per Satellit zudem erstmals auch von EU und Bund förderbar. Im Gegensatz zu anderen Ländern in Europa werden Sat-Internetanlagen für Einzelnutzer hierzulande aber weiterhin nicht gefördert. Die Lösung von Schott und STG Kommunikation berücksichtigt auch eine eventuelle spätere Versorgung mit Glasfaser im Ort. Die Glasfaser lasse sich nach Angaben von Hermann Braunsberg, Geschäftsführer der STG Kommunikation, "problemlos und einfach in die aufgebaute ADSL2+ Infrastruktur integrieren". Interessierte Kommunen und Bürger können die beiden Unternehmen per E-Mail unter dsl-ausbau@satspeed.de kontaktieren.

red
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