Tiere sind die wahren Helden des Internet, sahnen Traum-Klickquoten auf YouTube ab und sorgen in sozialen Netzwerken für Gesprächsstoff. Im ewigen Kampf gegen den Netzwerk-Riesen Facebook hat sich daher auch die Plattform Wer-Kennt-Wen auf die Vierbeiner besonnen. Die 9,4 Millionen Nutzer können ab sofort Tierprofile erstellen. Offenbar mit Erfolg: Nach zwei Wochen verzeichnet die Funktion "Meins" mit rund 180.000 Tierprofilen das größte Tiernetzwerk in Deutschland.
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"Elsa" liebt "Mitzi"
Ziege "Elsa" mag Katze "Mitzi", Kuh "Muh" steht auf Markenschokolade und Hund "Snoopy" auf Vanillejoghurt. Wie der Herr so das Gescherr: Kommunikation ist Trumpf. Die Nutzer können die Haustiere "knuddeln" und dadurch den "Knuddel-Faktor" steigern. Auch alle "Möger" werden auf der Profilseite des Tieres angezeigt.
Neu ist die Idee nicht. Das Zuckerberg-Portal Facebook setzt schon seit Jahren auf tierische Kumpels und regtdie Nutzer mit putzigen "Farmville"-Tierchen und grimmigen Angry Birds zum Spielen an. In "Dogbook" schlüpfen die Facebookler in den Tierpelz und posten durch ihren Vierbeiner, verabredeb sich zum Gassi-Gehen oder treten der "Sockenfresser"-Gruppe bei. Auch Petsite.com und das 2011 gestartete "My Social Petwork" schlagen in diese Kerbe. Dort ersetzt die "Wau"-Funktion den "Gefällt-Mir-Button" und statt "Anstupsen" wird virtuell gekrault.
Nicht nur Schwein "Piggi" hat ein eigenes Profil bei "Wer-Kennt-Wen". Screenshot: onlinekosten.de
Micky und Minnie können sich Nachrichten schicken, Fotos und Videos hochladen und auf einer Pinnwand ihre Erfolge im Schuhzerbeißen mitteilen. Hinter ihnen stehen 35.000 registrierte Nutzer, die sich statt durch die Blume durch ihr Haustier unterhalten. "Es sind tierverrückten Menschen jeden Alters", so Jessica Frank vom Projektmanagement, "darunter vor allem Frauen".
100.000 Mitglieder sind das Ziel, so die Betreiber. Sie gehören zur Verlagsgruppe Klambt, die sich als Herausgeber von Frauenzeitschriften wie "Grazia" oder "Frau mit Herz" passender Weise auf emotionale Themen spezialisiert hat.
Und emotional geht es zu auf den Tierportalen. Die Liebe zu den
Eidechsen, Schlangen oder Frettchen treibt mitunter skurrile Blüten und spricht Bände über die Gefühlswelt der Tierbesitzer und verdrängte Kinderwünsche. "Ich muss zur OP Und habe solche Angst", postet etwa Chihuahua Dixie auf Dogbook. "Ich weiß, dass Mami und Papi auch Angst haben. Betet für mich!"
Aber auch bei Themen jenseits der Süß-und-putzig-Grenze können die Vierbeiner punkten. Für eine Youtube-Karriere sorgen nicht nur mehr oder weniger lustige Streifen mit stolpernden Hunden und spielenden Katzenbabies. Die Kurzdoku "Silverback Attack" heimste beispielsweise 1,5 Millionen Klicks ein.
Sie zeigt Zoo-Gorilla Oscar Jones aus San Francisco bei einer plötzlichen Attacke auf Besucher. Ein Film mit Message: Denn Vermenschlichung und Käfighaltung kommen den Menschen und selten den Tieren zugute.