Der Kölner Telekommunikationsanbieter NetCologne, der über ein eigenes Glasfasernetz verfügt, sowie der ebenfalls in der Domstadt ansässige Provider QSC haben eine Zusammenarbeit auf einer Open-Access-Plattform vereinbart. Damit öffnet NetCologne das eigene Glasfasernetz für Wholesale-Kunden von QSC wie beispielsweise 1&1.
Bessere Auslastung des NetCologne-Netzes
NetCologne baut sein Breitband-Netz in Köln kontinuierlich weiter aus. Ende des vergangenen Jahres waren rund 49.000 Gebäude an das Glasfasernetz angeschlossen, im kommenden Jahr soll der Netzausbau abgeschlossen werden. Um das Netz besser auszulasten, setzt NetCologne auch auf Kooperationen mit Netzbetreibern wie QSC: "Darin liegt ein enormes Potential für die weitere Marktentwicklung", sagt NetCologne-Geschäftsführer Hans Konle.
Bereits im Februar hatte der NetCologne-Chef im onlinekosten.de-Interview darauf hingewiesen, dass sein Unternehmen mit verschiedenen potentiellen Kooperationspartnern im Gespräch sei. "Wir investieren viel in unsere hochwertige und moderne Netz-Infrastruktur. Und diese Investitionen tragen sich umso besser desto mehr Partner wir gewinnen", so Konle gegenüber unserer Redaktion.
"Seit Anfang 2012 hat die NetCologne daher einen neuen Geschäftsbereich "Wholesale" etabliert. Dessen Aufgabe ist es, künftig die Vermarktung unseres Netzes aktiv voranzutreiben", erklärt Konle weiter. Nach Ansicht des NetCologne-Geschäftsführers ist Open Access wirtschaftlich lukrativ und stelle eine wichtige Erlösquelle dar. "Wir wollen mehr Umsatz generieren", so Konle Ende Januar bei der Euroforum "Die Zukunft der Kabelnetze". Im Januar hatten die Kölner auch eine Netzkooperation von NetCologne und der Deutschen Telekom bekanntgegeben. Die VDSL-Netzallianz platzte Anfang April allerdings aufgrund Einschreitens der Bundesnetzagentur. Die Regulierungsbehörde hatte der Telekom die Einführung eines VDSL-Kontingentmodells untersagt, die Basis des Deals mit NetCologne sein sollte.
QSC-Chef Arnold Stender (li.) und NetCologne-Chef Hans Konle (re.) vereinbarten eine Zusammenarbeit auf Basis von Open Access.
Bilder: QSC / NetCologne
QSC bindet das NetCologne-Netz auf NGN-Basis an
Durch den nun mit QSC geschlossenen Rahmenvertrag öffnet sich das NetCologne-Netz künftig einem größeren Kundenkreis. QSC realisiert den Zugriff auf das Netz des neuen Partners auf Basis des eigenen Next Generation Networks (NGN). Die Anschlüsse über das NetCologne-Netz kann QSC künftig den eigenen Wholesalepartnern, Carriern und Resale-Partnern zur Verfügung stellen.
"Wir freuen uns, dass mit NetCologne einer der größten Glasfaserversorger in Deutschland bereit steht, mit uns gemeinsam die Open-Access Strategie nach vorne zu treiben“, betont denn auch QSC Vorstand Arnold Stender. Wie schon bei anderen Projekten in Leipzig oder Hamburg sehen wir uns hier als Netz- und Dienste-Integrator, der mit ausgereiften IT-, Bestell- und Anschaltprozessen NGA-Anbieter und Nachfrager schneller zusammen bringt", so Stender weiter. Im November des vergangenen Jahres hatte QSC bereits eine Netzöffnung mit Wilhelm.tel vereinbart.