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Donnerstag, 24.05.2012 12:01

Telekom-Chef Obermann: Kampf um jeden Kunden

aus dem Bereich Breitband

Ein halbierter Telekom-Gewinn im ersten Quartal, weiter anhaltende Kundenverluste im Festnetzgeschäft und schrumpfende Serviceumsätze in der Mobilfunksparte: Der Start in das Geschäftsjahr 2012 verlief für den Bonner Konzern alles andere als optimal. Telekom-Chef René Obermann hatte bei der Vorstellung der Quartalsbilanz am 10. Mai dennoch von einem guten Quartal gesprochen, in vielen Bereichen seien wichtige Fortschritte erzielt worden. Auf der Telekom-Hauptversammlung am Donnerstag in Köln skizzierte Obermann die Zukunftsstrategie für den ehemaligen Monopolisten: "Wir wollen erste Wahl für vernetztes Leben und Arbeiten aus Sicht des Kunden sein".

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Innovative Produkte und sichere Cloud-Dienste

Die Telekom will sich künftig vor allem mit Innovationen stärker vom Wettbewerb abheben. Das könne sowohl mit eigenen oder von Partnern mitentwickelten Produkten geschehen. Auch sichere Cloud-Dienste würden immer wichtiger. Mit integrierten Netzen will das Unternehmen zudem um jeden Kunden kämpfen. Die bereits 2010 eingeschlagene Telekom-Strategie der Gigabit-Gesellschaft will Obermann fortsetzen, aber an einigen Stellschrauben drehen:

"Die Welt und insbesondere unsere Branche hat sich allerdings in den vergangenen zwei Jahren weiterentwickelt. Entsprechend akzentuieren wir unsere Strategie an einigen Stellen und integrieren neue Ideen", erläuterte Obermann den Telekom-Aktionären. "Es war wichtig und folgerichtig, dass wir uns vor zwei Jahren auf den Weg gemacht haben, Innovationsfelder jenseits der klassischen Netzanschlüsse zu besetzen", so der Telekom-Vorstandsvorsitzende. Zugleich forderte Obermann, einigen Bereichen ausreichend Zeit für die Entwicklung zu geben.

Nahtlose Kombination der Telekom-Netze und mehr Effizienz

Telekom-Chef René Obermann
Telekom-Chef René Obermann. Bild: Deutsche Telekom

"Im Kerngeschäft gilt es, um jede Kundenbeziehung zu kämpfen. Prozesse müssen vereinfacht werden, damit die Telekom in der sich stetig wandelnden Industrie wettbewerbsfähig bleibt", so Obermann. Dabei wird auch die Konzernzentrale in Bonn nicht verschont, die derzeit verkleinert wird und effizienter organisiert werden soll. Die Telekom-Netze sollen nahtlos kombiniert werden, so dass die Kunden laut Telekom "immer bestens verbunden" sind, unabhängig von Ort und Endgerät.

Im klassischen Telefoniegeschäft sinken die Umsätze nach Angaben von Obermann sowohl durch den harten Wettbewerb als auch durch regulierende Eingriffe der Bundesnetzagentur. Daher müssten andere Bereiche mit steigenden Erlösen für einen Ausgleich sorgen. Der Telekom-Chef denkt hier an mobiles Internet, Vernetztes Zuhause, Online-Dienste für Privatkunden, intelligente Netze und externe Umsätze von T-Systems. In diesen Wachstumsfeldern sollen sich die Umsätze in den kommenden Jahren auf rund 29 Milliarden Euro nahezu verdoppeln. 2009 verzeichnete die Telekom in diesen Bereichen erst Umsätze von rund 15 Milliarden Euro.

Suche nach langfristiger Lösung für T-Mobile USA

Obermann äußerte sich in Köln auch zur Mobilfunktochter T-Mobile USA, die aller Voraussicht nach nicht komplett abgestoßen werden soll. "Wir suchen weiter eine langfristige Lösung für unser US-Geschäft, um die Erträge zu verbessern. Ein vollständiger Verkauf wie an AT&T ist aber eher unwahrscheinlich", sagte der Telekom-Chef. Es müssten andere Wege gefunden werden. "Aber wir werden keine Schnellschüsse machen". Die Konzerntochter ist mit rund 33 Millionen Kunden nur die Nummer vier des Landes und war in den vergangenen Jahren erheblich unter Druck geraten. Kunden kehrten dem Unternehmen auch wegen des Umsatzrenners iPhone, das die Telekom in den USA nicht vermarkten darf, den Rücken.

Vorstand und Aufsichtsrat der Telekom haben den Aktionären auf der Hauptversammlung die Ausschüttung einer Dividende von 70 Cent je Aktie für das Geschäftsjahr 2011 vorgeschlagen. Der Bonner Konzern will damit bei seinen Anteilseignern, trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage in Teilen Europas, ein Zeichen für Stabilität und Verlässlichkeit setzen.

red
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