Während sich Google Chrome und Microsofts Internet Explorer bei den weltweiten Marktanteilen ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern, hierzulande hingegen Mozillas Firefox weiterhin seine Stellung als Liebling der Deutschen behaupten kann, ist die globale Fan-Gemeinde des Opera-Browsers zwar seit Jahren vergleichsweise überschaubar, aber weitgehend konstant. Möglicherweise gelingt es den Norwegern aber mit der jüngsten Ausgabe des derzeit angeblich auch von Facebook recht begehrten Internetbetrachters einige zusätzliche Nutzer zu gewinnen. Das nötige Rüstzeug ist jedenfalls vorhanden, denn getan hat sich bei Opera 12 für Windows, Mac OS X und Linux einiges.
"Unite" und "Widget"-Unterstützung deaktiviert
Wie bereits in der Beta-Version ersichtlich, wurde das Programm zunächst von diversen Altlasten befreit. Prinzipiell noch vorhanden, jedoch ab sofort standardmäßig deaktiviert, ist der Server-Dienst "Unite". Gleiches gilt für die Unterstützung sogenannter Widgets - kleinen Anwendungen, die zwar den installierten Browser bedingen, sich jedoch unabhängig nutzen lassen. Künftig stehen bei Opera nur noch klassische Erweiterungen zur Verfügung, die über neue Schnittstellen zudem erstmals mit Tabs interagieren, Tab-Gruppen bilden und Fenster verwalten können.
Widget-Entwickler sind daher aufgerufen, ihre Anwendungen zeitnah zu konvertieren. Wer sich noch nicht von beiden Features trennen kann, hat zwar die Möglichkeit, diese über das durch Eingabe des Befehls opera:config in der Adressleiste erreichbare Konfigurationsmenü wieder einzuschalten; in einer der kommenden Ausgaben sollen die Funktionen aber endgültig verschwinden. Bereits in der aktuellen Version unwiederbringlich entfernt wurden Spracherkennung und -steuerung.
Ab sofort zum kostenlosen Download verfügbar: Opera 12. Screenshot: onlinekosten.de
Mehr Stabilität und Geschwindigkeit
Allerdings ist Opera 12 keineswegs ausschließlich ein Produkt rigiden Kahlschlags. Auch diverse Neuerungen sind mit an Bord – etwa ein Direktzugriff auf vorhandene Webcams oder neuartige Designvorlagen, die nun als "Themen" bezeichnet werden (früher Skins) und ohne Browser-Neustart implementiert werden können. Der Download ist über eine neue zentrale Add-on-Plattform möglich, auf der ebenfalls alle Erweiterungen zu finden sind. Auch unter der Haube wurde einiges optimiert. Für mehr Sicherheit und Stabilität soll etwa die Auslagerung von Plug-ins in einen separaten Prozess sorgen, wodurch Abstürze nicht mehr den gesamten Browser mitreißen. Verbesserungen in Sachen Geschwindigkeit stehen hingegen bei der noch in einem experimentellen Stadium befindlichen Hardware-Beschleunigung im Mittelpunkt. Diese muss allerdings zunächst ebenso manuell aktiviert werden wie die Unterstützung der Grafik-Schnittstelle WebGL.
Generell performanter agieren soll Opera 12 außerdem beim Programmstart sowie speziell in der 64-Bit-Version für Windows und Mac OS X. Darüber hinaus wurde die Browsing-Engine weiter für aktuelle Webstandards wie WebRTC, HTML5 oder CSS3 optimiert. Weniger für den hiesigen Nutzerkreis von Interesse ist die neu eingeführte Unterstützung von Rechts-nach-Links-Schreibweisen, die eine Verwendung eigener Bedienoberflächen für den arabischen, persischen, hebräischen sowie Urdu-Sprachraum bereitstellt. Eine vollständige Übersicht zu sämtlichen Änderungen ist über die Opera Changelogs abrufbar. Vorhandene Installationen werden in den nächsten Tagen automatisch aktualisiert. Alternativ lässt sich der Update-Vorgang über das Opera-Menü und den Unterpunkt Hilfe manuell starten.