Muss es immer ein iPod von Apple sein? Diese Frage haben sich wohl auch die Entwickler bei Samsung gestellt und das Know-How aus dem Vertrieb der eigenen Galaxy-Smartphones in die Fertigung eigener Multimedia-Player gesteckt. Bei den Südkoreanern heißt das dann "Multimedia Internet Device" (MID) und steht zum Beispiel in direkter Konkurrenz zum iPod Touch: ein rundum solide verarbeitetes Stück Hardware mit großem Display und WLAN-Unterstützung. Wir haben uns das so genannte Samsung Galaxy S Wifi 4.2 genauer angeschaut.
Keine GSM-Unterstützung
Wer das MID in den Händen halten darf, wird fast zwangsweise denken, ein klassisches Smartphone aus dem Hause Samsung Mobile zu bedienen. Denn sowohl das äußere Design als auch die Menü-Oberfläche erinnern stark an die erfolgreichen Galaxy-Telefone. Es fehlt allerdings an der Möglichkeit, eine SIM-Karte in das Gerät einzulegen, wodurch klassische Telefonate über ein Mobilfunknetz nicht realisiert werden können.
Samsung Galaxy S Wifi 4.2. Bild: onlinekosten.de
Und die fehlende Mobilfunk-Unterstützung hat auch Auswirkungen an anderer Stelle. Denn auch wenn das Galaxy S Wifi 4.2 mit dem Betriebssystem Android in der Version 2.3.6 ausgestattet ist, lassen sich verschiedene Apps nicht installieren. Dazu zählt auch Whatsapp, weil der beliebte Messenger eine Verifizierung per SMS voraussetzt. Alternativ hat Samsung sein eigenes Messaging-Programm ChatOn vorinstalliert. Zwar wird auch hier eine Mobilfunknummer benötigt, anders als Whatsapp läuft ChatOn aber auch, wenn der Verifizierungscode an eine beliebige Mobilfunknummer geschickt wird. Grundsätzlich gilt allerdings: Nutzbar ist ChatOn auf dem MID nur bei einer aktivierten WLAN-Verbindung.
Das generelle Handling geht leicht von der Hand. Praktisch die komplette Bedienung erfolgt über den 4,2 Zoll (10,7 Zentimeter) großen TFT-Touchscreen, der aber etwas überraschend nur 262.144 Farben darstellen kann und mit einer nur durchschnittlichen Auflösung von 800 x 480 Pixeln daher kommt. Die Helligkeit lässt sich nach den eigenen Wünschen individuell einstellen, allerdings fehlt es an einem Helligkeitssensor. Auch ohne die von Smartphones gewohnte Super AMOLED-Technologie werden die Farben aber insgesamt erfreulich kontrastreich dargestellt.
Schmal und leicht
Ergänzend hat Samsung unter dem Display eine physische Home-Taste zum Aufrufen des Startbildschirms integriert - flankiert durch zwei beleuchtete Sensortasten. An der linken Seite ist eine Lautstärke-Wippe und ein Schalter zum Ein- bzw. Ausschalten zu finden, Kopfhörereingang und Micro-USB-Anschluss wurden am unteren Ende des 124 x 66 x 9 Millimeter schmalen und 118 Gramm leichten MID integriert.
Bleibt die Frage: Wen möchte Samsung mit dem Galaxy S Wifi 4.2 überhaupt ansprechen? Die Antwort ist überraschend: Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 12 und 15 Jahren. Und die sollen vor allem mit attraktiven Spielen gelockt werden, die zu vergleichsweise preiswerten Konditionen - häufig für unter 5 Euro - aus dem Google Play Market auf das Telefon geladen werden können. Mehr noch: "FIFA 12" und "Need For Speed Hot Pursuit" von Electronic Arts (EA) sind bereits vorinstalliert. Ebenso das Kultspiel Angry Birds. Samsung selbst bezeichnet das Gerät als "Best Mobile Gaming Device with Android".
Die Menü-Navigation erfolgt über Home-Button und zwei Sensortasten. Bild: onlinekosten.de
Und in der Tat macht das Spielen richtig Laune. Dazu trägt nicht nur der integrierte Beschleunigungssensor bei, durch den sich Spielfiguren oder Autos in vielen Spielen allein durch Drehen und Kippen des Geräts bewegen, sondern auch die auf der Front integrierten Lautsprecher. Durch diese recht clevere Anordnung ertönt die Spielmusik direkt in Richtung des Nutzers statt von den Handflächen "verschluckt" zu werden. Sehr blechern kann der Sound trotzdem wirken - insbesondere bei hoher Lautstärke.