Mittwoch, 04.07.2012 15:01
"WSJ": Sky macht wohl erstmals Gewinn
aus dem Bereich Sonstiges
Wenn am 14. August von Sky Deutschland die offiziellen Geschäftszahlen für das zweite Jahresquartal vorgelegt werden, könnte das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte positiv ausfallen. Ein Informant sagte gegenüber dem "Wall Street Journal": "Wir werden im zweiten Quartal beim EBITDA wahrscheinlich schwarze Zahlen sehen."
Sky erholt sich
Das bedeute zwar nicht, dass Sky auch in der Jahresabrechnung ein positives operatives Ergebnis vorweisen könne, trotzdem bleibt festzuhalten: es geht bergauf. Mit innovativen Diensten wie Sky Go, Sky Anytime und vor allem einem breiten Angebot an HD-Sendern hat Konzernchef Brian Sullivan das geschafft, woran viele seiner Vorgänger gescheitert sind: auf der einen Seite viele Neukunden für ein Abo zu begeistern vor allem aber auch die Bestandskunden zufrieden zu stellen.
Das gute Ergebnis zwischen März und Juni hat aber auch andere Gründe. "Es gibt in dem Quartal weniger Bundesliga- und Champions League-Spieltage, daher wird weniger für Vertrieb und Werbung ausgegeben", zitiert das "Wall Street Journal" seinen Insider. Hinzu komme, dass Sky im ersten Quartal Mehrkosten in Höhe von 11 Millionen Euro verbuchen musste. Aufgrund der Euro 2012 waren einige Spieltage in der Fußball Bundesliga vorgezogen worden.
Eine Schattenseite an den Insider-Informationen gibt es aber auch: denn üblicherweise fällt auch das Neukundenwachstum im zweiten Quartal vergleichsweise schwach aus. Im Jahr 2010 wurden 107.000 neue Kunden verzeichnet, im Jahr 2011 sogar nur 98.000. Zum Vergleich: im lukrativen Weihnachtsquartal waren es im vergangenen Jahr 246.000 Neu-Abonnenten. Außerdem dürfe man "nicht entsetzt sein, wenn im dritten Quartal die Kosten wieder hochgehen", sagte der Insider der Zeitung. Sky arbeite in einem saisonal getriebenen Geschäftsumfeld.
Sky wird im zweiten Quartal wohl ein positives EBITDA vorweisen können. Bild: Sky Deutschland
Exklusiv-Vertrag wird teuer
Abzuwarten bleibt auch, wie Sky ab Mitte 2013 dastehen wird. Dann muss der Sender für die Exklusiv-Rechte an Übertragungen der Fußball Bundesliga weit mehr Geld an die Deutsche Fußball Liga (DFL) überweisen als bisher. Das bedeutet im Umkehrschluss: um Gewinn einzufahren, braucht der Sender entweder mehr Kunden oder er muss die Preise erhöhen. Letzteres hatte Sender-Chef Sullivan allerdings ausgeschlossen.
red