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Montag, 09.07.2012 13:01

Mozilla: Thunderbird köchelt künftig auf Sparflamme

aus dem Bereich Computer

Im Herbst 2001, kurz nach der Veröffentlichung von Internet Explorer 6, verkündete Microsoft, den hauseigenen Browser nicht mehr weiterzuentwickeln. Das IE-Team wurde aufgelöst, lediglich für die Beseitigung etwaiger Sicherheitslücken blieben einige Programmierer an Bord. In der Folge des Innovationsstaus gewannen alternative Browser immer mehr an Zulauf – neben Opera vor allem Mozillas Firefox. Bald sah sich Microsoft genötigt, gegenzusteuern und nahm die Entwicklung des Internet Explorers wieder auf. Ironischerweise ist es nun ausgerechnet die Mozilla Foundation, die mit Thunderbird einem ihrer beliebtesten Programme ebenfalls den Großteil der Unterstützung kappen will - wenn auch aus anderen Motiven als einst der Redmonder Konzern. Der E-Mail-Client wird ab November nicht mehr aktiv weiterentwickelt, teilte Mitchell Baker, Vorsitzender der Stiftung, am Freitag in einem Blog-Beitrag mit.

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Mozilla liefert nur noch Sicherheitsflicken

Die letzte Version, die gegebenenfalls neue Features enthält, erscheint demnach am 20. November. Diese dient als künftige Referenzbasis und soll nur noch im gewohnten Sechs-Wochen-Takt mit Sicherheitsflicken und Stabilitäts-Updates ausgebessert werden.

Hintergrund der Entscheidung sei die Erkenntnis, dass Thunderbird mittlerweile alle Funktionen enthalte, die von den Nutzern nachgefragt würden, erklärte Baker. Dies verdeutliche auch die niedrige Beteiligung der Open-Source-Gemeinde an der Programmentwicklung. Mit Ausnahme der lokalen Übersetzungsteams habe die externe Mitarbeit trotz etlicher Animierungsversuche nie den Grad erreicht, der wünschenswert gewesen wäre, monierte der Mozilla-Chef.

Gleichwohl steht es der Community weiterhin frei, selbstständig an Verbesserungen zu arbeiten. Mozilla will diese Bemühungen unterstützen, den Großteil der ursprünglich mit der Thunderbird-Entwicklung verknüpften Ressourcen und beschäftigten Mitarbeiter aber anderen Projekten zuteilen. Die finale Entscheidung über die Ausgestaltung der Thunderbird-Zukunft soll im September fallen. Die Nutzer sind bis dahin aufgerufen, an der laufenden Diskussion teilzunehmen. Eine Übersicht zu allen Änderungen steht im Mozilla-Wiki zur Verfügung.

red
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