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Mittwoch, 25.07.2012 08:16

Twitter soll mehr Facebook werden

aus den Bereichen Computer, Sonstiges

Einst als Medium für Internet-Freaks und Nerds gestartet, ist der Kurznachrichtendienst Twitter längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen und erfreut sich als Kommunikationskanal weltweiter Beliebtheit. Um die Zahl der Nutzer und Einnahmen weiter zu steigern, plant Unternehmenschef Dick Costolo nun, Twitter nach dem Vorbild Facebooks umzugestalten. Zu den wichtigsten Bausteinen des neuen Konzeptes zählen Themenseiten zu bestimmten Events oder Großereignissen, auf denen Werbekunden Anzeigen platzieren können. Den Anfang macht ein eigener Twitter-Bereich zu den Olympischen Spielen in London, der zusammen mit dem US-Nachrichtensender NBC betrieben wird.

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"Wir haben kein Problem Geld zu machen"

Auch im Umfeld anderer "Leuchtturm-Ereignisse" werde es auf Twitter künftig Live-Präsenzen geben, erklärte Costolo im Interview mit dem "Wall Street Journal" (WSJ). Für Drittanbieter wie etwa Konzertveranstalter sollen außerdem bessere Möglichkeiten geschaffen werden, um lokale Ereignisse über den Kurznachrichtendienst zu begleiten. Ein weiterer Schwerpunkt liege auf der Integration neuer Dienste. Dabei wolle man Firmen erlauben, zusätzliche Funktionen bei Twitter einzubauen, sagte Costolo. Statt selbst auf anderen Plattformen für Mehrwert zu sorgen, gelte nun die umgekehrte Devise. Ziel sei eine "Welt, in der die Leute ihre Angebote bei Twitter einbringen."

Davon ebenfalls betroffen sind Kooperationen und Schnittstellen. So wurden etwa bereits nicht nur alle Drähte zum Business-Netzwerk Linkedin gekappt, sondern gleichermaßen einige Dienste ausgesperrt, mit denen außerhalb von Twitter bisher Tweets gelesen und verfasst werden konnten. Und dies ist offenbar nur der Anfang: Gegenüber dem WSJ kündigte Costolo eine weitere Verschärfung der Richtlinien an.

Niederschlagen soll sich der neue Kurs als Aggregator vor allem in höheren Einnahmen und steigenden Nutzerzahlen. Derzeit verfügt Twitter über 140 Millionen aktive Mitglieder. Dennoch wird der diesjährige Umsatz nach Schätzungen von Analysten vergleichsweise geringe 300 Millionen Dollar betragen. Mit der aktuellen Entwicklung ist Costolo dennoch zufrieden. Das Unternehmen sei beispielsweise im schnell wachsenden Bereich der mobilen Werbung gut aufgestellt. Es gebe kein Problem, "Twitter zu Geld zu machen", betonte der ehemalige Google-Manager.

red
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