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Freitag, 03.08.2012 08:16

Zahlen per NFC: Startschuss bei E-Plus & Targobank

aus dem Bereich Mobilfunk

Im Spätsommer werde das kontaktlose Bezahlen mit mobilen Endgeräten möglich sein, verkündeten E-Plus und Targobank noch Ende Juni. Mit der Konkurrenz im Nacken läuft es sich aber offenbar schneller: Seit Mittwoch ist die von beiden Partnern entwickelte NFC-Lösung auf Grundlage des MasterCard-Systems PayPass verfügbar. Von einem "echten" Handy-Bezahlsystem ist diese allerdings weit entfernt: Während die E-Plus-Tochter Base lediglich als Vertriebskanal für die Kreditkartenvermarktung auftritt, liegt die komplette Abwicklung allein in den Händen der Targobank.

Kreditkartenvertrag ist notwendig

Im Zentrum steht dabei ein Funkchip, der deutschlandweit in allen Base-Shops und Targobank-Filialen sowie online unter www.base.de beziehungsweise www.targobank.de erhältlich ist und auf die Rückseite des Mobiltelefons aufgeklebt werden kann. Eine Interaktion mit SIM-Karte oder Gerät findet nicht statt – Handy oder Smartphone dienen lediglich als physischer Träger und müssen daher nicht über NFC-Unterstützung verfügen. Auch ein Mobilfunkvertrag bei E-Plus wird nicht vorausgesetzt.

Realisiert wird das Angebot über einen MasterCard-Kreditkartenvertrag bei der Targobank. Die Technologie lässt sich daher nur von Kunden nutzen, die ausreichende Bonitätswerte vorweisen können. Die Jahresgebühr für die zusammen mit dem Chip ausgegebene Zahlkarte beträgt regulär 25 Euro. Lediglich im ersten Jahr fallen bei Bestellung bis Ende Januar im Rahmen einer Einführungsaktion keine Kosten an. Gebührenfreiheit für eine Abrechnungsperiode erkauft sich auch, wer innerhalb von zwölf Monaten die Umsatzschwelle von 2.500 Euro überschreitet.

PayPass
Kleinere Beträge kontaktlos per NFC bezahlen - in Deutschland noch die Ausnahme. Grafik: Targobank

Bisher nur wenige "PayPass"-Akzeptanzstellen

Für Sicherheit soll eine PIN-Abfrage für Einkäufe ab einem Warenwert von mehr als 25 Euro sorgen; liegt die Summe hingegen darunter, erfolgt die Abbuchung vom angegebenen Referenzkonto ohne weitere Kontrolle. Um dennoch jederzeit über Transaktionen im Bilde zu sein, kann ein kostenfreier SMS-Dienst in Anspruch genommen werden. Jede Kontobewegung wird dann nahezu in Echtzeit mit einer Kurznachricht quittiert. Möglich ist die NFC-basierte Zahlung überall dort, wo ein PayPass-Terminal vorgehalten wird. Eine Übersicht zu Einzelhändlern, die das MasterCard-System unterstützen, findet sich auf der Anbieter-Homepage.

Noch sind die Einsatzmöglichkeiten des NFC-Chips allerdings überschaubar. Eine Stichprobe mit vier großen deutschen Städten macht dies deutlich: In Köln und Umgebung umfasst die Liste der Akzeptanzstellen beispielsweise gerade einmal knapp 50 Einträge, darunter nahezu ausschließlich Aral- und Star-Tankstellen sowie Filialen der Buchhandelskette Thalia und der Parfümerie Douglas. Hamburg meldet immerhin 105 Treffer – abgesehen von mehreren Mc-Donalds-Restaurants sind die aufgeführten Namen aber überwiegend identisch zu Köln. In Berlin und München wird ein Einkauf per PayPass mit 35 beziehungsweise 27 Händlern hingegen sogar zur Suchaufgabe.

Besserung ist zumindest in Sicht: Auch die Deutsche Telekom kündigte unlängst überraschend an, bei NFC auf die MasterCard-Lösung zu setzen. Zuvor hatten die Bonner stets das in Kooperation mit Vodafone und Telefónica Germany betriebene mPass-System favorisiert. Der Sinneswandel könnte im Handel für eine beschleunigte PayPass-Einführung sorgen. Anders als E-Plus will die Telekom die Zahlungsfunktion dabei direkt in die SIM-Karte integrieren.

red
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