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Montag, 13.08.2012 11:16

Telekom-Chef: Zweifel an schnellem Internet für alle

aus dem Bereich Breitband

Die Bundesregierung strebt bis 2014 eine Versorgung von 75 Prozent aller Haushalte mit schnellem Internet von mindestens 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) an. Der Weg dahin ist jedoch noch weit. Und selbst die Deutsche Telekom, der größte deutsche DSL-Anbieter, glaubt offenbar nicht an das Erreichen dieses Ziels. Im Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Focus" äußerte Telekom-Deutschlandchef Niek Jan van Damme Zweifel an der Realisierung der nächsten Etappe der Breitbandstrategie der Bundesregierung. Es sei "ein ambitioniertes Ziel, 75 Prozent Abdeckung zu erreichen".

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Flächendeckender Ausbau nicht alleine leistbar

Zumal Berlin bis 2018, nur vier Jahre später, eine flächendeckende Abdeckung ganz Deutschlands mit schnellem Internet von mindestens 50 Mbit/s geplant hat. Für ein solches, auf Glasfaser basierendes, Netz seien aber "Investitionskosten von bis zu 80 Milliarden Euro nötig", betont van Damme. "Das werden auch wir als Deutsche Telekom nicht leisten können", warnt der Telekom-Manager vor zu hohen Erwartungen an den Bonner Konzern.

Im März 2010 hatte die Telekom das Ziel der Gigabit-Gesellschaft ausgerufen, seitdem baut der Konzern Schritt für Schritt ein eigenes Glasfasernetz auf. Der Ausbau erfolgt bislang allerdings nur punktuell in wenigen Städten und zudem nur für eine vergleichsweise geringe Zahl an Haushalten.

Bis Ende 2012 Anbindung von 200.000 weiteren Haushalten ans Glasfasernetz

Telekom-Deutschlandchef Niek Jan van Damme
Telekom-Deutschlandchef Niek Jan van Damme.
Bild: Deutsche Telekom

Bislang hat die Telekom erst 170.000 Wohnungen per Fibre to the Home (FTTH) ans Glasfasernetz angeschlossen. Das ist allerdings auch dem aufwändigen Ausbau geschuldet, da Tiefbauarbeiten und eine Hausverkabelung erforderlich sind. Außerdem muss jeder einzelne Immobilieneigentümer seine Zustimmung zum Anschluss geben. Damit die Telekom überhaupt in einer Stadt Glasfaser ausbaut, müssen 80 Prozent der Immobilienbesitzer einem kostenfreien Anschluss ans Glasfasernetz zustimmen. Zusätzlich müssen 10 Prozent der Haushalte einen Vorvertrag für einen Glasfaser-Anschluss abschließen.

"Bis Jahresende werden wir weitere 200.000 Haushalte an das neue Netz anbinden", stellt van Damme in Aussicht. "Dem Glasfasernetz gehört im Festnetz die Zukunft", stellt er am Montag auch in einer Pressemitteilung der Telekom klar. Derzeit liefen Gespräche für den weiteren Ausbau im kommenden Jahr, die Telekom werde den Glasfaser-Ausbau "mit Augenmaß vorantreiben".

Weiter auf Seite 2: Erste Glasfaser-Kunden seit Anfang August am Netz - van Damme fordert regulierungsfreies Glasfasernetz
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