Kim Dotcom: Nach Megaupload kommt Megabox
Eins muss man Kim Schmitz alias "Kim Dotcom" lassen: der Deutsche ist ein Macher. Wenngleich er auch oftmals in mehr oder weniger grauen Zonen der Legalität agiert, das Spiel mit den Medien versteht der extrovertierte und mehrfach vorbestrafte Kieler seit Beginn seines Schaffens.
Medienprofi Schmitz
Sein Projekt "Megaupload", oder eher die medienwirksame Schließung des Filehosters durch US-amerikanische Behörden, sorgte in diesem Jahr für großen Wirbel. Nachdem das Portal im Januar dieses Jahres nach einer Razzia des FBI vom Netz genommen wurde, wanderte der mittlerweile in Neuseeland lebende Schmitz ins Gefängnis, gelangte allerdings schnell wieder auf freien Fuß. Eine neuseeländische Richterin stufte die Razzia in Schmitz' Villa als illegal ein, was die USA nicht daran hindert eine Auslieferung des Deutschen zu fordern, um vor Ort Anklage wegen Urheberrechtsverletzungen erheben zu können.
Jüngst bot Schmitz den USA einen Deal über Twitter an. Eine Auslieferung sei nicht notwendig. "Wir wollen Kaution, Freigabe der eingefrorenen Gelder für Anwälte und Lebenshaltungskosten", ließ Schmitz das Department of Justice (Justizministerium der Vereinigten Staaten) per Tweet wissen. Nach Aussage des Internetprofis seien alle seine Konten eingefroren, sodass die Kosten seiner 22 Anwälte bisher nicht gezahlt werden könnten. Er fordert einen fairen Prozess mit frei verfügbaren Mitteln.
Neues Projekt trotz anstehendem Megaupload-Prozess
Unbeeindruckt von den Problemen mit der US-Justiz arbeitet der Macher Schmitz an einem neuen Projekt namens "Megabox". In einem Interview mit "TorrentFreak" kündigte Schmitz bereits Ende Juni an, noch in diesem Jahr mit Megabox an den Start gehen zu wollen. Das Portal möchte eine Revolution der Musikbranche einleiten und die alten Gesetze, bestimmt durch die großen Musikfirmen, brechen. "Ich kann es kaum erwarten die Musikindustrie für immer zu verändern und die Macht an die Künstler zu übertragen", sagte Schmitz in dem Interview.