Neue Chance für deutsches Hulu
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Kommt sie nun oder kommt sie nicht, die Mediathek nach ARD- und ZDF-Muster für Privatsender? Bis zum Jahresende will Entertainment Provider Mondia Media aus Hamburg eine senderübergreifende On-Demand-Videoplattform für deutsche Fernsehzuschauer anbieten. Das Portal soll grundsätzlich allen Sendern offen stehen. Es gebe bereits vielversprechende Verhandlungen, so das Unternehmen auf Anfrage unserer Redaktion.
RTL und ProSieben scheitern vor Gericht
Was in anderen Ländern Gang und Gäbe ist, scheint in Deutschland ein Problem zu sein: Das Bundeskartellamt und das Düsseldorfer Oberlandesgericht machten der Kölner Mediengruppe RTL und dem Sender Sender ProSiebenSat.1 einen Strich durch die Rechnung. Die beiden Sender basteln schon seit Jahren an einer gemeinsamen Online-Videothek nach Vorbild der US-amerikanischem Plattform hulu.com, die seit 2007 zeitversetzte Fernseh-Inhalte anbietet.
Filme und Serien sollten die Zuschauer dort nach Bedarf anschauen können, wie dies bei der Mediathek der öffentlich-rechtlichen Sender der Fall ist. Auch anderen Sendern sollte das Forum gegen Kostenbeteiligung offen stehen.
Provider: Alle Sender sind eingeladen
Das Bundeskartellamt stellte jedoch im März 2011 die Ampel auf Rot – unterstützt vom Oberlandesgericht Düsseldorf am 8. August 2012. Begründung: Die Plattform verstärke die marktbeherrschende Stellung der beiden Sender in der Fernsehwerbung. Die TV-Tanker beherrschen gemeinsam den deutschen Fernseh-Werbemarkt zu 80 Prozent.
Wie die "Welt" berichtet, hat RTL sein Interesse an dem Vorhaben aufgegeben. Nun springen die Hamburger in die Bresche und möchten eine "deutsche Hulu" nach dem US-Vorbild aufziehen, das auch Nutzern mit deutscher IP-Adresse zur Verfügung steht.
Das Angebot soll sich jedoch nicht nur an Pro Sieben und RTL wenden: "Wir laden alle Sender dazu ein, sich an diesem Vorhaben zu beteiligen.", so Mondia Media-Chef Volker Glaeser, "sowohl private als auch öffentlich-rechtliche".
red