Dienstag, 16.10.2012 12:01
Telekom: Krise im Europa-Geschäft hält bis mindestens 2014 an
Die Deutsche Telekom kämpft mit massiven Belastungen durch die weltweite Wirtschaftsflaute. Nicht nur die traditionell als Sorgenkind bekannte US-Tochter trübt weiterhin die Zukunftsaussichten, auch in Europa ist die Stimmung auf zahlreichen Märkten ernüchternd. Rettete zum Ende des zweiten Quartals noch das Deutschlandgeschäft die Gesamtbilanz, könnte die Endabrechnung düster ausfallen.
Hohe Abschreibungen und Personalabbau
Allein die Fusion von T-Mobile USA mit dem Konkurrenten MetroPCS soll Abschreibungen zwischen 7 und 8 Milliarden Euro nach sich ziehen. Unter dem Strich dürfte das laufende Geschäftsjahr für den Bonner Konzern daher mit einem Milliardenverlust enden. Das schwächelnde Europageschäft wird nach Unternehmensprognosen zudem frühestens ab 2014 wieder langsam Fahrt aufnehmen. Derzeit gehe es daher vor allem darum, die vielfach zu beobachtenden Umsatzrückgänge zu verlangsamen, sagte Telekom-Europachefin Claudia Nemat dem "Handelsblatt". Im ersten Halbjahr sei diese Strategie aufgegangen. "Diesen Kurs wollen wir fortsetzen und 2014 in ganz moderates Wachstum übergehen", so Nemat.
Vor allem in (Süd-)Osteuropa ist die Telekom über Tochtergesellschaften und Beteiligungen auf zahlreichen Märkten prominent vertreten. Im zweiten Quartal erwies sich dabei insbesondere das Geschäft in Polen und Ungarn als defizitär. Insgesamt betrug der Umsatzverlust der Europa-Sparte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum rund 6 Prozent; der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sank um knapp 9 Prozent. Um weitere Kosten einzusparen, soll nun auch verstärkt Personal abgebaut werden. Erste Verhandlungen mit Gewerkschaften seien bereits abgeschlossen worden, erklärte Nemat. In Ungarn sollen etwa 500 Stellen wegfallen, bei der griechischen Tochter OTE dauerten entsprechende Gespräche noch an. Ein Rückzug aus Griechenland sei derzeit trotz aller Schwierigkeiten aber ausgeschlossen: "OTE ist profitabel und gewinnt im Mobilfunk Kunden dazu“, betonte die Telekom-Managerin.
red
| Weitere Meldungen zum Thema: |
|
 |
|