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Mittwoch, 24.10.2012 14:31

Kommentar: Das dritte iPad muss verschwinden - warum?

aus dem Bereich Computer

Als Apple am Dienstag seine Produktneuigkeiten verkünden ließ, war die Überraschung groß. Nicht wegen des iPad mini, denn darüber wurde im Vorfeld schon so viel spekuliert, dass es als sicher galt. Was unerwartet kam, war eine neue Version des iPad mit 9,7-Zoll-Display. Bislang gab es im Jahresrhythmus eine neue Generation, das iPad der dritten Generation alias neues iPad startete aber erst im März dieses Jahres. Nun bekommt es bereits am 2. November nach kaum acht Monaten einen Nachfolger. Warum?

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Schon wieder ein neues 9,7-Zoll-iPad?

An sich wäre das nämlich gar nicht nötig. Das aktuelle iPad der dritten Generation beruft sich bereits auf einen flotten Dual-Core-Prozessor (Apple A5X) und sucht mit einer Auflösung von 2.048 x 1.536 Bildpunkten auf 9,7 Zoll nach wie vor seinesgleichen. Durch das nachträgliche Update auf iOS 6 hat es zusätzlich zu der seit Anbeginn nutzbaren Diktierfunktion den auf dem iPhone 4S debütierten Assistenten Siri erhalten. Die Akkulaufzeit von rund zehn Stunden hält Apple von Generation zu Generation gleich, daran ändert sich auch mit dem vierten "großen" iPad nichts. Der neue A6X-Prozessor verspricht abermals mehr Leistung, den surfenden, Mails abrufenden und E-Books lesenden Nutzer dürfte das aber kalt lassen.

Neuer Anschluss und LTE-Anbindung lassen das dritte iPad zur Zwischenlösung werden

Die eigentliche Neuerung im zweiten Retina-iPad scheint vielmehr das LTE-Modul zu sein. Dass dieses beim bisher verkauften Modell für Käufer aus Deutschland mangels fehlender Frequenz-Unterstützung nutzlos ist, ist schlichtweg ärgerlich – zumal der Preis ebenso hoch ist wie in den USA beziehungsweise Kanada, wo der Tablet-PC über den neuen Mobilfunkstandard funken kann. Diesen Patzer beseitigt der Hersteller jetzt mit dem vierten iPad. Statt UMTS/HSDPA ist laut Übersicht auf der Apple-Website endlich auch LTE nutzbar, allerdings ausschließlich im Netz der Deutschen Telekom und möglicherweise in naher Zukunft auch bei E-Plus. Mit dem erweiterten Frequenzspektrum deckt Apple außerdem Großbritannien, Australien und den asiatischen Raum mit Japan, Korea, Hongkong und Singapur ab.

neue ipads
Statt "iPad 3" heißt das dritte iPad "neues iPad", das vierte bezeichnet Apple als "iPad mit Retina Display". Dass das vorherige Retina-Exemplar einfach ausgemerzt wurde, fällt somit gar nicht auf.

Wer also schon länger mit dem Gedanken spielt, sich ein iPad mit knackig scharfem Retina-Bildschirm zuzulegen, der kann sich freuen: iOS 6 ist von Anfang an installiert und wo LTE draufsteht, ist auch LTE drin. Der Startpreis steigt lediglich um 20 Euro auf 499 Euro für die WiFi-Ausgabe und 629 Euro für das iPad mit Mobilfunkanwendung und jeweils 16 Gigabyte Speicherplatz. Und genau damit stößt Apple den Besitzern des Retina-iPad der dritten Generation vor den Kopf. Vor allem, wenn sie mit LTE geliebäugelt haben und nicht direkt zum Marktstart am 16. März in der Schlange standen.

Gerade erst gekauft - und schon wieder veraltet

Tablet-Kunden, die sich erst kürzlich ein neues iPad gegönnt haben und sich auf der Höhe der Zeit wähnten, bekommen nun das Gefühl, die Restbestände aus dem Lager erhalten zu haben, die neuen und leistungsfähigeren Geräten weichen müssen. Das dritte iPad ist aus dem Apple Store verschwunden, bestellbar sind nur das neue Modell, das iPad mini und immer noch das iPad 2 mit geringerer Bildschirmauflösung. Da Apple mit dem iPad 2 aufgehört hat, im Produktnamen zu nummerieren, ist es umso leichter, die dritte Generation durch die vierte zu ersetzen – das "iPad 3" wirkt damit wie ein Zwischenprodukt in der Warteschleife und ist jetzt überflüssig geworden.

Ein weiterer Punkt, warum das dritte iPad in Apples Augen veraltet ist, ist der Anschluss: Die neue Generation von iPhone, iPod touch und eben auch iPad integriert anstelle des 30-Pin-Dock-Connectors die neue Lightning-Schnittstelle. Ohne Adapter für die zuvor angeschafften Adapter, liegen diese - genau wie anderes Zubehör wie Lautsprecher-Docks - brach. Für die iPad-3-Besitzer könnte das ein Grund sein, doch nicht allzu sauer zu sein.

Der vorzeitige Generationenwechsel zeigt: Die Produktlebenszyklen in der Technik-Branche sind kurz und werden immer kürzer. Kaum wurde ein neues Smartphone mit Android angeschafft, gibt es kurze Zeit später eine neue Betriebssystem-Version und es ist ungewiss, wie lange auf eine Udpate-Möglichkeit gewartet werden muss. Akkus in neuen, schlanken Rechnern sind oftmals fest verbaut und lassen sich nur durch den Hersteller austauschen.

Schlussendlich muss der Nutzer offenbar damit klarkommen, dass es immer schneller etwas Neues und/oder Besseres geben wird. Danach zu streben, füllt zwar die Kassen der Industrie, sorgt aber nur für Frust.

red
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