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VoIP: In wenigen Schritten zum Gespräch

VoIP verspricht günstige, teils sogar völlig kostenfreie Telefonate weltweit. Anders als im Festnetz, ist es bei der Internet-Telefonie aber etwas komplizierter, von den günstigen Tarifen zu profitieren. Neben der Auswahl geeigneter Hardware, kommt es hier auf die richtige Internet-Anbindung an und einen Tarif, der zu den eigenen Ansprüchen passt. Wir erklären Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie mit IP-Telefonie Geld sparen können.

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Voice over IP bedeutet soviel, wie Telefonieren über eine Datenleitung. Wie beim guten, alten Festnetz wählt der Nutzer die gewünschte Rufnummer. Diese wird bei VoIP allerdings mit dem ENUM-Standard in eine IP-Adresse umgewandelt, mit der ein Empfänger im Internet gefunden werden kann. Sobald die Verbindung hergestellt wurde – meist wird für die Initialisierung und Verwaltung der Gespräche heute SIP genutzt – können sich die Teilnehmer wie gewohnt unterhalten. Die akustischen Signale des Gesprächs werden mit so genannten Codecs digitalisiert und komprimiert, um sie als kleine Datenpakete hin- und herzuschicken. Während für ein übliches Telefongespräch jeweils eine Leitung exklusiv reserviert werden muss, können so bei VoIP mehrere Gespräche gleichzeitig geführt oder parallel im Internet gesurft werden.

Zuerst: Die Leitung

Zunächst einmal benötigen Sie eine Internetleitung für die Nutzung von Voice over IP. Am besten eignen sich dabei die so genannten Breitband-Flatrates. Breitband, also Internet per DSL, TV-Kabel oder anderen Alternativen, benötigen Sie wegen des Datenvolumens, das ein VoIP-Telefonat verursacht. Je nach Komprimierungsverfahren produziert ein Gespräch etwa 1,2 bis 1,5 Megabyte Daten pro Minute. Es ist daher ratsam, einen Internet-Pauschaltarif ohne Volumen- oder Zeitbegrenzung zu nutzen, da sonst zusätzliche Kosten entstehen können.

Flatrate ist die Bezeichnung für einen solchen Internet-Pauschaltarif. Dabei berechnen die Anbieter – unabhängig von Verbindungsdauer und Datenmenge – einen festen monatlichen Betrag. So genannte zeit- oder volumenbegrenzte Flatrates dagegen verfügen über ein Limit. Wird das überschritten, kommen auf den Kunden oft hohe Extrakosten zu.

Aber auch die Schnelligkeit zählt: Um ein VoIP-Gespräch mit guter Qualität zu führen, müssen etwa 100 Kilobit pro Sekunde an Bandbreite zur Verfügung stehen – und das sowohl vom Internet zu Ihnen wie umgekehrt. Wer also plant, mehr als ein Gespräch gleichzeitig zu führen oder auch noch Platz auf der Leitung zum Surfen haben will, sollte von den klassischen ADSL-Angeboten mit einem Megabit pro Sekunde Downstream und nur 128 Kilobit pro Sekunde Upstream lieber Abstand nehmen.

Hinzu kommt, dass nur wenige Unternehmen in Deutschland eine Internetanbindung ohne Festnetz-Anschluss bieten. So erhält man nur T-DSL, wenn man bereits über eine Telefonleitung der T-Com verfügt. Eine reine Breitband-Leitung wird nur von wenigen Providern angeboten. Aber auch bei den Kabelnetzbetreibern hat das Breitband-Internet mittlerweile über den Kabelanschluss Einzug gehalten. Verfügbare Angebote für VoIP über das so genannte entbündelte Breitband-Internet finden Sie in unserer ausführlichen Übersicht. Auch UMTS bietet sich mittlerweile für VoIP an: So starteten E-Plus und Skype in exklusiver Partnerschaft hierfür einen Feldtest.

Zweiter Schritt: Der Anbieter

Es ist eine Frage des Telefonierverhaltens, welche Tarifvariante individuell am besten passt. Wer VoIP ständig nutzen möchte, kann komplett umsteigen. Kunden erhalten eine eigene Telefonnummer, teilweise können bestehende Rufnummern auch zum VoIP-Anbieter portiert werden. Der Anschluss ist so immer aus allen Netzen erreichbar und Anrufe können in alle Netze verbunden werden. Nur die Sonderrufnummern, vor allem die Notrufe, machen den Providern noch zu schaffen. Bei Vorwahlen wie 0900 kann teils die individuelle Tarifierung bei VoIP nicht realisiert werden. Bei Notrufnummern dagegen muss der geografische Aufenthaltsort des Nutzers erkennbar sein, um ihn an die nächstgelegene Dienststelle zu vermitteln. Das ist aber bei VoIP bisher nicht möglich. Stattdessen behelfen sich einige Anbieter mit "manuellen" Zuordnungen der Telefonnummern zu festen Anschriften.

Wer nur bestimmte Anrufe über das Internet führen will, sollte sich die einzelnen Tarife der Anbieter genau ansehen. Zudem wäre hier wohl meist ein VoIP-Anschluss, zusätzlich zum Standard-Telefonanschluss, am sinnvollsten. Vergleichbar mit Call-by-Call oder Preselection, können Kunden dann je nach Verbindungsziel aussuchen, wie sie telefonieren wollen. Es gibt bei VoIP beispielsweise Gespräche ins Ausland schon ab einem Cent pro Minute. Einige Provider bieten auch so genannte Telefon-Flatrates, bei denen unter anderem innerdeutsche Gespräche ins Festnetz mit einem monatlichen Pauschalbetrag abgerechnet werden.

Wenigtelefonierern dagegen wird möglicherweise schon die so genannte Softphone-Lösung, in Verbindung mit einem Basistarif mit Minutenabrechnung und ohne monatliche Grundgebühr ausreichen. Bei dem Softphone handelt es sich um eine meist kostenlose Telefonsoftware für den Computer. Mit USB-Telefon oder Headset lassen sich andere Internet-Nutzer oder klassische Telefonanschlüsse erreichen. Allerdings ist die Nutzung hierbei nur bei eingeschaltetem Rechner möglich. Komfortablere Lösungen zeigt Ihnen unsere Hardware-Übersicht.
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